Bundesheer- Militärkommandant: Maßnahmen im Burgenland „undramatisch“

Eisenstadt/Wien (APA) - Militärkommandant Johann Luif geht davon aus, dass hinsichtlich der Einsparungen beim Heer im Burgenland „die Sache ...

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Eisenstadt/Wien (APA) - Militärkommandant Johann Luif geht davon aus, dass hinsichtlich der Einsparungen beim Heer im Burgenland „die Sache recht undramatisch abläuft.“ Alle im Burgenland angesiedelten Kommanden und Truppen blieben grundsätzlich erhalten, „die Binnenstruktur wird gestrafft“, sagte Luif am Freitag zur APA. Von einer Reform wollte er nicht sprechen: „Das ist nichts anderes als eine Reduktion der Kosten.“

Im Burgenland wird keiner der drei Standorte - Eisenstadt, Bruckneudorf und Güssing - aufgelöst. Künftig sollen entsprechend der Konzentration auf die „einsatzwahrscheinlichsten militärischen Aufgaben“ die Waffengattungen Infanterie, Pioniere, ABC-Abwehr und die Spezialeinsatzkräfte weiter in vollem Umfang erhalten und sogar teilweise gestärkt werden.

Andere Waffengattungen - wie Panzer, Artillerie und Fliegerabwehr - würden auf eine sogenannte Rekonstruktionsbasis zurückgefahren, erläuterte Brigadier Luif: „Man hat also nur mehr einen Standort in Österreich, wo ein kleiner Kern dieser Kompetenzen vorhanden bleibt.“ Sollte mittelfristig ein Konflikt auswachsen, „dann muss man das wieder hochfahren.“

„Wir haben das Glück, dass wir zufällig in jenen Bereichen Strukturen haben, die weiterhin bestehen bleiben oder sogar gestärkt werden“, so der Militärkommandant. So soll der Truppenübungsplatz Bruckneudorf trotz flächenmäßiger Verkleinerung mit seiner Aufgabenstellung im Wesentlichen erhalten bleiben. Die Hundestaffel in Bruckneudorf bleibe unberührt.

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Bei der Heerestruppenschule mit dem Kommando in Eisenstadt und dem Institut Pioniere und Infanterie in Bruckneudorf solle es „Symbiosen“ im Kontext mit der Militärakademie und der Heeresunteroffiziersakademie geben. Im Hinblick auf Infanterie und Pioniere habe man „das Glück, dass diese Institute der Heerestruppenschule nicht wirklich angegriffen werden.“

Gut sei, dass die Pionierelemente für Katastropheneinsätze - am Truppenübungsplatz Bruckneudorf und ein Pionierzug in Eisenstadt - bestehen blieben, meinte Luif. Bei der Miliz soll eine der zwölf österreichweit zusätzlich geplanten Kompanien beim Jägerbataillon 19 in Güssing dazukommen. Die bestehende Miliz im Burgenland mit der Pionierkompanie und einem Jägerbataillon bleibe erhalten. Insgesamt sei damit die Situation fürs Burgenland „nicht schlecht“.

Was nun beschlossen werde, müsse allerdings „zu 100 Prozent umgesetzt werden“, sagte der Militärkommandant: „Es kann jetzt niemand kommen und sagen: Wir sperren die Militärmusik in Eisenstadt nicht zu. Das muss passieren.“

Für Fahrzeuge, für die Hubschrauberflotte, auch für den Ersatz der Saab 105 seien außerdem Sonderfinanzierungen notwendig, sagte Luif: „Dieses Paket, das jetzt geschnürt wurde, ermöglicht dem Bundesheer nur, seinen Betrieb in den nächsten zwei Jahren aufrecht zu erhalten - mit einer erheblichen Einschränkung des Spektrums, aber einer erheblichen Konzentration auf die einsatzwahrscheinlichen militärischen Aufgaben.“


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