Tiroler „Überschall-Opfer“ wollen das Heer belangen

Die beiden Eurofighter, die am Donnerstag beim Überschallflug Häuser wackeln und Scheiben klirren ließen, sorgen in Tirol noch immer für Diskussionen.

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Innsbruck – „Ja dürfen s’ denn das?“ Die beiden Eurofighter, die am Donnerstagnachmittag beim Überschallflug Häuser wackeln und Scheiben klirren ließen, sorgten auch noch am Freitag für Ärger und Diskussionen. Ein pensionierter Chemie-Professor will jetzt das Bundesheer wegen Körperverletzung belangen, ein Justizangehöriger macht den Überschallknall für die Risse an seinem Haus verantwortlich.

Heeressprecher Michael Bauer betont, dass der Überschallflug rechtmäßig war: „Es handelte sich um einen bewaffneten Einsatz.“ Ein Kontrollflug, um ein angemeldetes ausländisches Militärflugzeug zu überprüfen. „Es gibt auch keine Einschränkungen, wann und wo Überschallflüge möglich sind, schon gar nicht bei einem Einsatz. Bei einem Übungsflug kündigen wir das allerdings an.“

Dass die beiden Überschallknalle so heftig ausfielen (sogar Erdbeben-Messgeräte schlugen an), „liegt an der Topografie Tirols, die Berge verstärken das Geräusch“, meint Bauer.

Der Jet, der zehn Minuten nach dem Überschallflug in Innsbruck wegen einer Warnleuchte notlanden musste, wurde am Freitag von Technikern untersucht. An ein Abheben war vorerst nicht zu denken, der Eurofighter muss noch einige Tage am Boden bleiben. Der Chemie-Professor glaubt übrigens, dass der nachfliegende Jet in die Schalldruckwelle des vorderen Eurofighters geflogen ist: „Dadurch kam’s zum Überdruck im Triebwerk, die Kontrollleuchte schlug Alarm.“ Die Überschallknalle lösten beim Wissenschafter Kopfschmerzen und Übelkeit aus – er will jetzt das Heer belangen.

Auch ein Tiroler Justizangehöriger hat noch am Freitag Amtshaftung geltend gemacht, da an seinem Haus durch den Überschallknall Risse in den Mauern entstanden seien (Bilder liegen vor). Über Rechtsanwalt Hermann Holzmann fordert der Geschädigte nun vom Verteidigungsministerium vollen Schadenersatz. (TT)


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