Bruckner-Rarität zum Ausklang des Linzer Brucknerfestes

St. Florian bei Linz (APA) - Mit der 3. Symphonie d-Moll in der 1. Fassung aus dem Jahr 1873 von Anton Bruckner, gespielt vom Bruckner Orche...

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St. Florian bei Linz (APA) - Mit der 3. Symphonie d-Moll in der 1. Fassung aus dem Jahr 1873 von Anton Bruckner, gespielt vom Bruckner Orchester Linz unter Dennis Russell Davies, ist Freitagabend zum Ausklang des Internationalen Brucknerfestes Linz eine Rarität des Namensgebers auf dem Programm gestanden. Das Konzert in der Stiftsbasilika St. Florian wurde beifällig aufgenommen, allerdings blieben nicht wenige Plätze frei.

Als einstige Wirkungsstätte Anton Bruckners und seit bald 120 Jahren auch sein Begräbnisort gilt die Stiftsbasilika von St. Florian beim Publikum wie bei Orchestern aus aller Welt und bedeutenden Dirigenten seit jeher als besonderer Aufführungsort für das Schaffen des „Genius loci“. Einen Großteil der Konzerte dort bestreitet seit nunmehr 40 Jahren das Bruckner Orchester Linz unter den jeweiligen Chefdirigenten. Das ist auch beim seit zwölf Jahren amtierenden Dennis Russell Davies nicht anders.

Er wählte für dieses letzte „Bruckner-Konzert“ des heurigen Festivals die erste Fassung der dritten Symphonie und hatte damit zumindest den Raritäten-Bonus für sich. Meist wird in Konzerten und auf CD-Einspielungen die dritte Fassung von 1889 angeboten. Die Urfassung mit ihren ausufernden Proportionen beinhaltet für das an die gängige Version gewöhnte Ohr manche Überraschung. Mit fast 80 Minuten Aufführungsdauer ist sie auch um rund 20 Minuten länger. In die bekannten Klangwelten mischen sich ungewohnte Einschübe, die man im Vergleich durchaus für „streichfähig“ hält.

Dazu kommen zahlreiche Generalpausen und oftmalige Themenwiederholungen. Diese Urfassung von Bruckners Dritter erweckt durch die Rücksichtnahme auf den Raum manchmal den Eindruck einer Aneinanderreihung der Themen. Dennis Russell Davies hat sich in seinen Linzer Jahren intensiv mit Bruckner auseinandergesetzt und er weiß auch um den langen Nachhall des großen Florianer Kirchenraumes.

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Stilsicher kümmerte er sich um die kompakte Wiedergabe des umfangreichen Werks. Das Bruckner Orchester Linz verstand sich bei dieser neuen Begegnung mit dem Namenspatron bestens disponiert. Die Klangmassen des gesamten Blechs waren allenfalls etwas zu viel des Guten.

(S ER V I C E - www.brucknerfest.at)


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