Maue Konjunktur droht Wachstumskurs von RHI zu bremsen

Wien (APA/Reuters) - Der börsennotierte Feuerfestprodukte-Spezialist RHI stellt angesichts der schleppenden Wirtschaftsentwicklung in Europa...

Wien (APA/Reuters) - Der börsennotierte Feuerfestprodukte-Spezialist RHI stellt angesichts der schleppenden Wirtschaftsentwicklung in Europa seine langfristige Umsatzprognose infrage. Das Unternehmen peilt für 2020 Erlöse von 3 Mrd. Euro an - nach 1,8 Mrd. Euro im Vorjahr. „Wenn die Konjunktur sich nicht verbessert, dann ist das Ziel nicht zu erreichen“, sagte RHI-Chef Franz Struzl heute, Donnerstag, vor Journalisten.

Vor allem in Europa und Südamerika entwickle sich die Wirtschaft schlechter als gedacht, was auch die Geschäfte des österreichischen Unternehmens bremse.

Der Konzern produziert feuerfeste Innenverkleidungen für große Schmelzöfen - etwa zur Stahlerzeugung. Doch wenn die Wirtschaft schlechter läuft, wird auch weniger Stahl benötigt. Möglicherweise erreiche die RHI das Umsatzziel daher erst nach 2020, sagte Struzl. Die Prognose einer operativen Rendite (Ebit-Marge) von 12 Prozent bis 2020 sei dank der konzernweiten Sparanstrengungen aber nicht in Gefahr.

Erreichen will Struzl das Langfrist-Ziel auch mithilfe von Zukäufen. Die RHI halte dafür Ausschau nach kleineren Übernahmen - etwa im wichtigen US-Markt. In Brasilien und Russland liebäugelt das Unternehmen mit dem Bau eigener Fabriken.

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Zur Herstellung feuerfester Materialien benötigt die RHI Magnesit. Um dabei nicht nur auf externe Lieferanten angewiesen zu sein, hatte sich das Unternehmen in den vergangenen Jahren an Magnesit-Minen beteiligt. In Irland und Norwegen gewinnt die Firma den Rohstoff zudem aus Meerwasser.

Allerdings kämpft der Konzern bei der neuartigen Anlage in Norwegen immer noch mit Startproblemen: An dem Standort waren die Kosten wegen technischer Schwierigkeiten aus dem Ruder gelaufen. „Wir haben große Fortschritte gemacht, aber unser Ziel auf der Kostenseite haben wir noch nicht erreicht“, sagte Struzl. „Wir sind optimistisch, dass wir bis Ende des nächsten Jahres die meisten Probleme gelöst haben.“ Für das laufende Jahr hatte die RHI zuletzt Belastungen von 15 bis 20 Mio. Euro durch die Probleme bei der Anlage prognostiziert. Weitere Abschreibungen seien nicht zu erwarten.

An seiner Prognose für das laufende Jahr 2014 hält RHI fest: Bei einem Umsatz auf Vorjahresniveau peilt die Firma eine operative Rendite zwischen 8 und 9 Prozent an. Im ersten Halbjahr lag sie bei 8,6 Prozent. Die Aktionäre sollen für 2014 - wie schon im Vorjahr . eine Dividende von mindestens 75 Cent je Aktie bekommen. Im kommenden Jahr erwartet Struzl eine Steigerung bei Umsatz und Ergebnis.

~ ISIN AT0000676903 WEB http://www.rhi-ag.com ~ APA349 2014-10-09/13:47


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