Regionalliga West

Oldie-Party statt Chartstürmer in der Regionalliga West

Wie stark ist die Westliga? Tiroler Urgesteine wie Oliver Schnellrieder (44/Hard) oder Armin Hobel (37/Kitzbühel) mischen immer noch mit. Dagegen ist Martin Weissenbrunner (31/Wattens) fast schon ein Junger.

Von Alex Gruber

Innsbruck – Wacker Amateure-Coach Thommy Grumser war nach dem 2:2-Remis gegen Hard fuchsteufelswild: „Ich möchte kein Team schlechtmachen, aber gegen so ein Team nicht zu gewinnen ...“ Womit man bei Oliver Schnellrieder wäre: Weil dem Harder knapp ein Dutzend Spieler gegenwärtig nicht zur Verfügung stehen und fünf Zweier-Spieler im Kader standen, warf sich der 44-Jährige am Tivoli im Mittelfeld 75 Minuten lang in die Schlacht. „Er war einer der Besseren. Sie haben ihn ganz schön abgeklopft“, streute Hard-Obmann Gerald Kleiner seinem „Dino“ Rosen. Gleichzeitig steht die berechtigte Frage im Raum, ob sich die Wacker-Fohlen am anvisierten Sprung zum Profi gegen so einen dezimierten Gegner und (G) Oldie nicht doch irgendwann durchsetzen müssten – bei allem gebührenden Respekt vor Oliver Schnellrieder. Aber mit Mitte 40 dreht man sich in der Regel nicht mehr allzu schnell um die eigene Achse.

Für den aus der Fußball-Pension zurückgekehrten Kitzbühel-Routinier Armin Hobel (37) war bei der 0:3-Niederlage gegen Austria Salzburg in der Pause Schluss. Bei den beiden verschossenen Elfmetern (Viertler und Dzidziguri) stand das Kraftpaket nicht mehr am Feld. „Aber ganz ehrlich: Die waren auch mit zehn Mann besser als wir. Die Elfer waren bei unserem Rückstand nicht ausschlaggebend.“ Nach einem Treffer in Spiel Nummer eins für die Gamsstädter harrt der Prellbock weiterer Torerfolge. Ob er auch noch nach der Winterpause weitermacht, lässt er offen: „Jeder fragt mich das. Jetzt spielen wir einmal die letzten drei Runden fertig und dann sehen wir weiter.“ Auch (junge) Mittelstürmer sucht das Land. Bei allem Respekt vor Armin Hobel.

Nach dem 3:0-Sieg über Altach hält die WSG Wattens weiterhin sieben Punkte Rückstand auf Austria Salzburg. Kapitän Martin Weissenbrunner trug sich mit seinem dritten Kopfballtreffer in dieser Saison in die Schützenliste ein. „Mit dem Fuß mache ich ja nicht allzu viele Tore“, meint der 31-Jährige, dem viele diesen Weg, einschließlich über zehn Jahre Westliga, nie zugetraut hätten, mit einer gehörigen Portion Selbstironie: „Ich hatte Glück mit meinem Körper, hatte wenig Verletzungen und damit einen längeren Atem. Ich versuche aus dem Wenigen, das ich kann, das Maximum herauszuholen“, sagt das Kämpferherz in tiefer Bescheidenheit.

In den letzten sechs Pflichtspielen kassierte die WSG-Defensive einen Gegentreffer, und der resultierte aus einem Elfer. „Wir sind wieder am richtigen Weg“, hält der (ehemalige) Mister Eisenhart fest. Einer wie Weissenbrunner verdient sich jede Menge Applaus. Es dürfen in Folge aber durchaus ein paar „junge Rockstars“ und Chartstürmer die Westliga-Bühne beben lassen. Selbst wenn für ein paar Oldies immer Zeit ist ...