Grasser-Klage - Ex-Minister: Haunold hat Nerven weggeschmissen

Wien (APA) - Am Wiener Handelsgericht hat heute, Montagfrüh, unter großer medialer Aufmerksamkeit das Zivilrechtsverfahren zur Klage von Ex-...

Wien (APA) - Am Wiener Handelsgericht hat heute, Montagfrüh, unter großer medialer Aufmerksamkeit das Zivilrechtsverfahren zur Klage von Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser gegen seinen ehemaligen Steuerberater Peter Haunold bzw. dessen Agentur Deloitte begonnen. Grasser, gegen den die Steuerbehörden ermitteln, wirft Haunold vor, ihn falsch beraten zu haben.

Pünktlich um 9 Uhr erschien ein braun gebrannter und gut gelaunter Ex-Minister im Schlepptau seines Anwaltes, des Ex-Justizministers Dieter Böhmdorfer. Grasser betonte vor Journalisten, er habe sein Vermögen korrekt versteuert, wenn nicht, dann sei er von Haunold falsch informiert worden. Haunold habe vor den Ermittlungsbehörden „aus existenziellen Sorgen die Nerven weggeschmissen“.

Die Verhandlung hätte schon vor drei Monaten stattfinden sollen, allerdings wurde Grasser auf der Ferieninsel Capri krank. Dass er dazu ein Attest eines Kinderarztes vorlegt, sorgte für medialen Wirbel, über den sich Grasser heute verwundert zeigte. Grasser hat rechtliche Schritte gegen die Veröffentlichung seiner Krankenakte eingeleitet.

Beim Zivilprozess, der vorerst für drei Tage angesetzt ist, will Grasser Schadenersatz von Haunold, weil ihn dieser steuerlich falsch beraten habe. Das bestreiten Haunold und Deloitte, vielmehr habe sich Grasser nicht an die Empfehlungen gehalten. Des weiteren wird auf das vorhandene Fachwissen von Grasser verwiesen, nachdem dieser Finanzminister war. Der Streitwert wurde von Richter Manuel Friedrichkeit auf insgesamt 2,4 Mio. Euro festgelegt.