Haager Angeklagter Seselj soll laut Anhängern schwer erkrankt sein

Belgrad/Den Haag (APA) - Der Kriegsverbrechen angeklagte serbische Ultranationalist Vojislav Seselj soll schwer erkrankt sein. Aus seiner Se...

Belgrad/Den Haag (APA) - Der Kriegsverbrechen angeklagte serbische Ultranationalist Vojislav Seselj soll schwer erkrankt sein. Aus seiner Serbischen Radikalen Partei (SRS) hieß es am Sonntag, dass bei Seselj, der Ende 2013 wegen Darm-Krebs operiert worden war, nun Metastasen an der Leber festgestellt worden seien. Das UNO-Tribunal für Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien (ICTY) kommentierte die Behauptungen nicht.

Das ICTY dürfe keine Einzelheiten über den Gesundheitszustand Seseljs ohne seine Zustimmung veröffentlichen, erläuterte eine Tribunalssprecherin gegenüber Belgrader Medien.

Serbiens Vizepremier Rasim Ljajic erklärte unterdessen, dass die Behörden im Laufe des Tages vom UNO-Tribunal eine Information über den Gesundheitszustand Seseljs beantragen würden. Auch biete man an, Seselj von serbische Ärzte untersuchen zu lassen, sagte Ljajic. Der Ultranationalist hatte in den früheren Jahren solche Angebote Belgrads immer wieder abgelehnt.

Seselj, der sich wegen Kriegsverbrechen in Kroatien, Bosnien-Herzegowina und der nordserbischen Provinz Vojvodina zu verteidigen hatte, befindet sich seit Februar 2003 im Haager Tribunalsgefängnis. Nachdem im Vorjahr einer der Senatsrichter ausgetauscht wurde, ist es derzeit noch immer unklar, wann in seinem Fall mit einem Urteil zu rechnen ist. Der neue Richter muss sich zuerst mit gesamten Prozessunterlagen vertraut machen.

Das Haager Gericht hatte im Juni eine vorläufige Freilassung Seseljs erwogen. Dazu ist es dann doch nicht gekommen, da von Seselj die vom Gericht gestellten Bedingungen, die auch Hausarrest in Belgrad vorsahen, abgelehnt wurden.