Markttage waren wieder Siegeszug der Regionalität
Die Haiminger Markttage stellen das „normale“ Kaufverhalten auf den Kopf. Für heimische Waren nehmen Konsumenten viel in Kauf.
Von Hubert Daum
Haiming –Heutzutage geht man nicht mehr ins Geschäft, sondern in den Supermarkt. Dort wird die Einkaufsliste bis zur letzten Notiz abgearbeitet. Man hätte eh keine Zeit, für ein paar Eier zu einem Bauer zu fahren. Alles in einer Lokalität zu erledigen – dieses Einkaufsverhalten hat sich eingebürgert.
Da rufen die Haiminger Markttage und alles wird auf den Kopf gestellt. Über 20.000 Menschen haben plötzlich Zeit. Zeit, sich mit regionalen Lebensmitteln einzudecken, ohne den Euro umzudrehen. Bereits am ersten Markttag wurden rund 40 Tonnen Äpfel verkauft, trotz Regens am Nachmittag. Das Fest der Regionalität war wieder einmal vorbildlich organisiert und wurde auch noch von Petrus mit Kaiserwetter am vergangenen Samstag belohnt. „Ich habe Besucher aus Garmisch, Kitzbühel oder Südtirol getroffen“, freut sich Obmann Josef Glatzl über das Einzugsgebiet. Kassier Manfred Wegleiter: „Diese 28. Markttage zählen sicher zu den fünf besten. Am ersten Tag wird wie immer mehr gekauft, der zweite ist eher der Genießertag.“ Der Erfolg liege im Gesamtkonzept eines Erlebnistages mit Musik, Kinderprogramm und einem reichhaltigen Kulinarikangebot. Die meisten der 85 Aussteller, die sich übrigens um ihren Verkaufsstand selbst kümmern müssen, gehören zum Stamm. Wegleiter: „Heuer kamen wieder fünf neue hinzu. Dass jemand auf Grund von zu schwachem Umsatz im nächsten Jahr nicht mehr dabei war, ist mir nie untergekommen.“ Die Philosophie der Standvergabe sei klar: Regionale Anbieter, und damit meine man in etwa die Region westliches Tirol, haben den Vorzug. „Die Menge des Haiminger Weines von Peter Zoller zum Beispiel ist überschaubar, deshalb dürfen auch andere Winzer dabei sein. Wenn in Tarrenz genügend produziert wird, könnte ich mir den dortigen Wein bei uns sehr gut vorstellen“, spricht Wegleiter eine Quasi-Einladung aus.
Perfekt habe auch die Parkplatzlogistik auf den 25.000 Quadratmetern Parkfläche funktioniert. Dorthin lieferten rund 60 „Apfeltaxis“ der Kids die Einkäufe und sorgten für reichlich Taschengeld. Nach dem Markt ist vor dem Markt: Die Werbung für 2015 werde jetzt schon konzipiert.
Kommentare