Bartoli kritisiert Kollektivkündigungen an Roms Opernhaus

Rom (APA) - Die Intendantin der Salzburger Pfingstfestspiele, Cecilia Bartoli, kritisiert die Kollektivkündigung von Orchester und Chor der ...

Rom (APA) - Die Intendantin der Salzburger Pfingstfestspiele, Cecilia Bartoli, kritisiert die Kollektivkündigung von Orchester und Chor der römischen Oper und bedauert die Trennung des Hauses von Dirigent Riccardo Muti. „Für die römische Oper muss man eine Lösung finden. Orchester und Chor zu kündigen, ist keine Lösung“, betonte die Mezzosopranistin nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur ANSA.

Das römische Opernhaus müsse wie bereits die Scala in den vergangenen Jahren den Neubeginn schaffen. Zu viele Politiker hätten bis jetzt in der „Opera di Roma“ das Sagen gehabt. Als gravierenden Fehler bezeichnete Bartoli die Trennung von Muti. „Man darf einen Dirigenten wie Muti nicht gehen lassen, das Theater hätte alles Notwendige tun sollen, um ihn zum Verbleib zu überreden“, erklärte die gebürtige Römerin.

Bartoli ist mit ihrer Erfahrung als Intendantin der Pfingstfestspiele sehr zufrieden. „Es ist eine wunderbare Erfahrung, die auch sehr anstrengend und mit viel Verantwortung verbunden ist“, erklärte Bartoli. An die Leitung eines Opernhauses denke sie nicht. „Ich bin noch voll in meiner Karriere drinnen. Als Intendantin der Pfingstfestspiele kann ich weiterhin singen. Sollte ein Angebot aus Italien eintreffen, würde ich es jedoch überprüfen“, sagte Bartoli.

Das römische Opernhaus will die Arbeit der Künstler künftig ausgliedern. Vorgesehen ist, dass die gekündigten Mitglieder eine eigene Vereinigung gründen, die dann künftig mit der Oper zusammenarbeitet, aber nicht mehr Bestandteil des Hauses ist. Die Alternative sei eine Schließung des Opernhauses, sagten Roms Bürgermeister Ignazio Marino und Intendant Carlo Fuortes. Erst vor kurzem hatte die Oper den Abgang Mutis hinnehmen müssen. Er sehe keine Grundlage für eine erfolgreiche und ruhige Arbeit an dem Theater, hatte er erklärt.