Jüdische Dachverbände gegen Schweizer Ecopop-Initiative

Zürich (APA/sda) - Die jüdischen Dachverbände der Schweiz haben die Ende November geplante Volksabstimmung über die Begrenzung der Zuwanderu...

Zürich (APA/sda) - Die jüdischen Dachverbände der Schweiz haben die Ende November geplante Volksabstimmung über die Begrenzung der Zuwanderung kritisiert. Die sogenannte Ecopop-Initiative sei fremdenfeindlich, da sie Zuwanderer für Umweltprobleme verantwortlich mache, teilten der Schweizerische Israelitische Gemeindebund (SIG) und die Plattform der Liberalen Juden der Schweiz (PLJS) am Montag mit.

Man wehre sich gegen eine Politik, die Fremde zu Sündenböcken mache, hieß es weiter. Gerade Jüdinnen und Juden horchten angesichts der Geschichte auf, wenn Menschen als Bedrohung für ein Land und deren Natur dargestellt würden.

Die Schweizer stimmen am 30. November in einer Volksabstimmung über die sogenannte Ecopop-Initiative ab. Diese will unter dem Motto „Stopp der Überbevölkerung - zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen“ die Zahl der Zuwanderer auf 0,2 Prozent der Wohnbevölkerung beschränken. Das wären derzeit etwa 16.000 Menschen. Bisher kommen etwa 80.000 Zuwanderer im Jahr.

Zur Begründung der sogenannten Ecopop-Initiative erklärte die Vereinigung, der Bevölkerungszuwachs müsse um der „langfristigen Sicherung der Lebensgrundlagen und Lebensqualität“ willen erheblich verringert werden. Die Bezeichnung Ecopop geht auf den französischen Namen der Organisation zurück: „Association Ecologie et Population“.

Es ist bereits die zweite Referendum in diesem Jahr zum Thema Zuwanderung in der Schweiz. Bereits im Februar hatten die Schweizer sich in einer Volksabstimmung für die Wiedereinführung von Ausländerkontingenten ausgesprochen. Das führte zu schweren Verstimmungen im Verhältnis zur EU.