Neues Kompetenzportfolio soll Jugendlichen die eigenen Stärken zeigen
Wien (APA) - Ab 2015 können Jugendliche in den Jugendinfostellen der Bundesländer kostenlos in Workshops „WIK:I-Kompetenzportfolios“ erarbei...
Wien (APA) - Ab 2015 können Jugendliche in den Jugendinfostellen der Bundesländer kostenlos in Workshops „WIK:I-Kompetenzportfolios“ erarbeiten und sich so ihrer Stärken abseits der formalen Bildung bewusst werden. Ziel sei es, informelle Kompetenzen etwa aus der Freiwilligenarbeit festzuhalten, damit die Jugendlichen diese für ihre Zukunft nutzen können, so Familienministerin Sophie Karmasin (ÖVP) am Montag.
Bei den Workshops werden die Jugendlichen nach ihren Freizeitaktivitäten - von Babysitten bis zum Engagement bei der Freiwilligen Feuerwehr - gefragt und daraus unter Anleitung von Begleitern Kompetenzen (etwa beim Feuerwehrmann Teamfähigkeit, Genauigkeit, psychische und physische Belastbarkeit) abgeleitet. Ergebnis sei eine Schilderung „in eigenen Worten, nicht Bewerbungs- oder Arbeitsmarktjargon“, so Silvia Leitner, Workshop-Leiterin von Akzente Salzburg.
In der Pilotphase haben bereits 100 Jugendliche zwischen 14 und 25 solche Kompetenzportfolios namens WIK:I (kurz für: Was ich kann durch informelles Lernen) erarbeitet, ab sofort werden über den Ring Österreichischer Bildungswerke weitere WIK.I-Portfoliobegleiter ausgebildet. Im ersten Jahr sollen dann 100 Jugendliche ein WIK:I-Portfolio erstellen können, kündigte Karmasin an. Danach sei die Zahl variabel steuerbar.
Spar-Akademie-Leiter Jörg Schielin betonte den Bedarf nach einem solchen Portfolio, an dessen Entwicklung auch die Spar Akademie beteiligt war. „Der Nutzen von WIK:I ist, den Jugendlichen die Chance zu geben, draufzukommen, wo ihre Stärken sind.“ Da die Schule eher defizitorientiert sei, habe der Großteil der Jugendlichen derzeit nämlich „gar keine Ahnung, was sie eigentlich können“.
Für Johannes Hahn, Ehrenpräsident des Rings Österreichischer Bildungswerke, bringt WIK:I zudem Vorteile am Jobmarkt: In Zeiten, in denen es bei der formalen Bildung oft ein relativ klares Anforderungsprofil gebe, liege es vermutlich eher an den informellen Kompetenzen eines Bewerbers, ob er einen Job bekommt. Hahn, designierter Kommissar für Nachbarschaftspolitik und Erweiterungsverhandlungen in der EU, hofft außerdem auf Vorbildwirkung des Projekts in Europa: „Ich gehe davon aus, dass hier von Österreich ein wesentlicher Stimulus ausgehen kann, um die Jugendarbeitslosigkeit zu senken.“
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