Metropolitan Opera rüstet sich für Proteste vor „Klinghoffer“-Auftakt
New York (APA/Reuters) - Die New Yorker Metropolitan Opera erwartet für Montagabend Proteste gegen die Premiere der Oper „The Death of Kling...
New York (APA/Reuters) - Die New Yorker Metropolitan Opera erwartet für Montagabend Proteste gegen die Premiere der Oper „The Death of Klinghoffer“. Das Werk des US-Komponisten John Adams, das 1991 erstmals aufgeführt wurde, handelt vom jüdischen Amerikaner Leon Klinghoffer, der 1985 von palästinensischen Terroristen auf einem Kreuzfahrtschiff erschossen worden war. Kritiker werfen der Oper Antisemitismus vor.
Für die abendliche Premiere werden Hunderte Demonstranten erwartet, darunter auch der frühere New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani, die u.a. mit 100 symbolischen Rollstühlen an Klinghoffer erinnern wollen. Der fast 70 Jahre alte Mann war einst mitsamt seinem Rollstuhl ins Meer geworfen worden. Schon zum Saisonauftakt hatten Demonstranten die Operngeher zum Boykott der Oper aufgefordert.
Regisseur Tom Morris sagte der Nachrichtenagentur Reuters, dass die Oper ein Tragödie sei, die die menschlichen Verluste eines alten Konflikts aufzeige. Jene, die dem Werk eine Humanisierung der Täter vorwerfen, hätten die Aussage der Oper jedoch nicht verstanden - nämlich die Tatsache, dass es sich bei den Mördern tatsächlich um Menschen gehandelt habe. Allein diese Erkenntnis könne zu einer Lösung des Konflikts führen, so Morris.
Die Metropolitan Opera hatte zuvor bereits die weltweite Kino-Übertragung der Oper aufgrund der Proteste abgesagt. Die für den 15. November geplante Übertragung wäre in rund 2.000 Kinos in mehr als 60 Ländern zu sehen gewesen. Die geplanten acht Vorstellungen mit Paulo Szot in der Hauptrolle und David Robertson am Pult sollen dagegen wie geplant über die Bühne gehen.
(S E R V I C E - www.metopera.org)
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