Ski Alpin

Svindal absolviert Reha-Programm nach Saison-Aus in Innsbruck

Ein Trainingsspiel beendete die Saison von Skistar Aksel Lund Svindal (NOR). Die Achillessehne riss, zu Reha-Zwecken bleibt der 31-Jährige weiter in Tirol.

Von Susann Frank

Innsbruck – Ein kleiner Spaß-Kick nach Trainingsende, ein kurzes Knacken im linken Fußgelenk und plötzlich war die Saison 14/15 für Skistar Aksel Lund Svindal beendet, bevor sie überhaupt angefangen hat. Ausgerechnet in Sölden, wo kommenden Sonntag der Weltcup-Auftakt über den Rettenbachferner geht, riss sich der 31-jährige Norweger vorgestern die Achillessehne.

Nur wenige Stunden später lag der Olympiasieger bereits beim Sportarzt Christian Fink auf dem Operationstisch in der Klinik Hochrum. Der fünffache Gesamtweltcupsieger, der sich mit dem Auto ohne Aufsehen von Freunden in die Klinik transportieren ließ, wirkte trotz des Verletzungs­pechs extrem gefasst, wie der 47-jährige Innsbrucker zu berichten wusste: „Svindal nahm es sehr professionell. Er weiß damit umzugehen“, sagte Fink.

Diesen Eindruck untermauerte Svindal mit einem gestrigen Eintrag auf seiner Facebook-Seite, wodurch der Unfall erst öffentlich wurde. „Shit happens“, schrieb der Allrounder scheinbar gelassen: „Jetzt kann ich nur nach vorne schauen. Ich bin bereit für die kommenden Wochen.“ Diese werden mit Rehabilitationsmaßnahmen ausgefüllt sein.

Ein Prozedere, das dem Ausnahmesportler hinlänglich bekannt ist. Nach seinem schweren Trainingssturz bei der Abfahrt in Beaver Creek (USA) 2007 hatte er sich einen Jochbeinbruch, einen doppelten Nasenbeinbruch und eine tiefe Schnittwunde am Gesäß zugezogen. Damals war die Saison kurz nach dem Auftakt gelaufen. Allerdings musste Svindal 2007 durch die Schwere der Verletzung (vorübergehend mit künstlichem Darmausgang) mehrere Wochen im Krankenhaus verbringen. Anders als dieses Mal.

Zwar schrieb Svindal, dass noch keiner „zu 100 Prozent“ sagen könne, wie lange die Rekonvaleszenz dauern würde, sein Operateur Christian Fink erklärte jedoch: „Man kann davon ausgehen, dass seine Saison gelaufen ist. Das ist realistisch.“ Der 1,89 Meter große Modelathlet darf Hochrum heute mit Spezialschiene auf Krücken verlassen, sein Weg wird ihn zum Zweitwohnsitz in Innsbruck führen. „Ich werde in Österreich bleiben und später mit dem Olympischen Zentrum in Oslo die weiteren Reha-Maßnahmen diskutieren“, schrieb der 25fache Weltcupsieger.

Wie man ein beeindruckendes Comeback geben kann, zeigte der amtierende Super-G-Weltcupgewinner nach seiner Verletzungspause 2007 auf der Piste „Birds of Prey“, auf der er so schwer gestürzt war. Eben dort gewann er im Dezember 2008 sowohl in der Abfahrt als auch im Super-G.

Dem Skizirkus wird der sympathische Sportler jedenfalls fehlen, wie Marcel Hirscher bestätigte: „Das ist nicht nur sportlich ein Riesenverlust für die kommende Saison. Aksel ist ein echter Hero unserer Sportart, er hinterlässt eine riesige Lücke, sein Spirit wird fehlen.“