Zielgerichtete Therapie 2 - Aber auch „Stuhl-Transplantation“ hilft

Wien (APA) - Es muss nicht ein molekularbiologisch ausgeklügeltes Medikament sein, das in der Gastroenterologie hilft. Die Transplantation d...

Wien (APA) - Es muss nicht ein molekularbiologisch ausgeklügeltes Medikament sein, das in der Gastroenterologie hilft. Die Transplantation der Keimflora des Darms von gesunden Personen auf Patienten mit schweren, wiederholten und potenziell gefährlichen Clostridium difficile-Infektionen kann diese häufige Darminfektion vor allem bei Spitalspatienten ausheilen.

Infektionen durch C. difficile sind die häufigste Ursache von im Krankenhaus erworbener Diarrhoe und steht mit großer Krankheitsbelastung und deutlich erhöhter Sterblichkeit bei den betroffenen Patienten in Verbindung. Wahrscheinlich kommt es dabei durch Schädigung der natürlichen Keimflora des Darms zu einer Nische, in der die C. difficile-Bakterien ungebremst wachsen können. Das kann bis zur Darmperforation und zu Sepsis führen.

„Die fäkale Mikrobiota-Transplantation (ursprünglich über Einläufe; Anm.) ist ein altes Verfahren, das sich in jüngster Zeit zunehmender Beliebtheit erfreut. Bei Patienten mit wiederholter C. difficile-Infektion, die äußerst schwer zu behandeln ist, eliminiert FMT die Bakterien in rund 90 Prozent der Fälle, und zwar mit gutem Sicherheitsprofil“, sagte bei dem Gastroenterologenkongress in Wien am Wochenende Antonio Gasbarrini von der Gemelli-Universitätsklinik in Rom. Erste Versuche dazu hatte es bereits in den 1950er-Jahren gegeben.

Bei dem Kongress wurde am Montag auch eine Vergleichsanalyse der Erkrankungshäufigkeit, der Diagnose- und Therapieangebote und der Mortalität von Patienten mit verschiedenen gastroenterologischen und hepatologischen Erkrankung in 28 Staaten Europas präsentiert. Bei einem Gutteil konnten allerdings für Österreich keine Aussagen getroffen werden. Es fehlte an den dazu notwendigen Daten.