Hypo - Paradiso-Prozess ab 13. Jänner am Landesgericht Klagenfurt

Klagenfurt/Wien/Zagreb (APA) - Am 13. Jänner startet im Schwurgerichtssaal des Landesgerichtes Klagenfurt der nächste aufsehenerregende Hypo...

Klagenfurt/Wien/Zagreb (APA) - Am 13. Jänner startet im Schwurgerichtssaal des Landesgerichtes Klagenfurt der nächste aufsehenerregende Hypo-Prozess. Dabei geht es um nicht besicherte Kredite für drei Projekte, eines davon das Wiener Projekt „Paradiso“ eines Sohns und eines Stiefsohns des Malers Ernst Fuchs. Die anderen zwei Kreditvergaben betreffen Projekte in Kroatien. Insgesamt sind sieben Personen angeklagt.

„Richterin Ute Lambauer hat vorerst fünf Prozesstermine ausgeschrieben, es kann aber sein, dass weitere Termine nötig sind“, sagte der Sprecher des Landesgerichtes Klagenfurt, Wilhelm Waldner, auf Anfrage der APA. Unter den Angeklagten befinden sich Ex-Hypo-Vorstandschef Wolfgang Kulterer, sein Ex-Kollege Günter Striedinger und Ex-Hypo-Österreich-Chef Gert Xander - alle drei befinden sich derzeit in Strafhaft. In die Causa verwickelt ist aber auch Gernot Rumpold, ehemaliger FPÖ-Funktionär und späterer Eigentümer einer inzwischen insolventen Werbeagentur.

Konkret geht es bei dem Prozess um den Vorwurf des Verbrechens der Untreue. Im Fall des Projektes „Paradiso“ sind alle sieben Angeklagten - drei davon als Bestimmungstäter - von dem Vorwurf betroffen. Alleine durch Paradiso soll der Hypo ein Schaden von rund 7,2 Mio. Euro entstanden sein. 2005 räumte die Bank der Wiener Paradiso Errichtungs- und BetriebsgmbH bzw. der Kunstpark Wien Privatstiftung einen millionenschweren Kredit ein.

Die Eigentümer der Gesellschaft, ein Sohn und ein Stiefsohn von Maler Ernst Fuchs, wollten das „Paradiso Museum und Kulturpark“ errichten. Ein „Museum für Werke der Wiener Schule des Phantastischen Realismus“ hätte es werden sollen, an Realismus mangelte es den Betreibern aber, denn die ganze Sache blieb im Projektstadium stecken. Die später notverstaatlichte Bank blieb auf Millionen sitzen, die Besicherung war bei weitem nicht ausreichend gewesen. Sie bestand aus angeblich millionenschweren Skulpturen, deren Versteigerung 2012 aber lediglich 20.000 Euro brachte.

Die übrigen beiden angeklagten Kreditvergaben betreffen zum Ersten einen Kredit an ein kroatisches Hotel. In diesem Fall soll ein Schaden von rund 6,6 Mio. Euro entstanden sein, alleiniger Angeklagter ist Günter Striedinger. In der zweiten kroatischen Causa - sie betrifft eine Kreditvergabe an eine Projektgesellschaft - ist neben Striedinger auch Wolfgang Kulterer angeklagt. Der Schaden in diesem Fall: Rund 1,1 Mio. Euro.

~ WEB http://www.hypo-alpe-adria.com ~ APA305 2014-10-20/14:02