Ebola - EU will Ebola-Koordinator ernennen

Luxemburg (APA) - Die Europäische Union will schon in Kürze einen Koordinator im Kampf gegen die Ebola-Epidemie ernennen. Dies teilte der fr...

Luxemburg (APA) - Die Europäische Union will schon in Kürze einen Koordinator im Kampf gegen die Ebola-Epidemie ernennen. Dies teilte der französische Außenminister Laurent Fabius am Montag nach Beratungen mit seinen EU-Kollegen in Luxemburg mit. So soll der Koordinator dafür sorgen, dass alle EU-Staaten Kontrollen an den Flughäfen zur Eindämmung der Epidemie durchführen.

Fabius sagte, es herrsche unter den EU-Staaten Einigkeit über den Posten. „Der Name wird in den nächsten Tagen entschieden“, sagte der französische Außenminister. Dies sei „ein wichtiger Schritt“. Die Abflug- und Ankunftskontrollen seien wichtig, doch könne sich Ebola auch über Flüge mit Zwischenstopp weiter verbreiten.

In einer gemeinsam verabschiedeten Erklärung der EU-Außenminister heißt es lediglich, die EU begrüße die Ernennung des UNO-Sonderbeauftragten für die Ebola-Krankheit, David Nabarro, und des Leiters der UNO-Ebola-Mission UNMEER, Anthony Banbury. „Die Europäische Union wird die enge Koordinierung mit beiden fortsetzen und ihre operationelle Antwort auf die Epidemie mit UNMEER koordinieren.“

Voraussichtlich werden die Staats- und Regierungschefs der EU am Donnerstag und Freitag beim EU-Gipfel in Brüssel auch über die Ebola-Krise beraten. Der britische Premier David Cameron wolle das Thema beim Gipfel besprechen, sagte die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton. Cameron hatte die internationale Gemeinschaft zu mehr Anstrengungen gegen die Epidemie aufgerufen. Bisher hat die EU rund eine halbe Milliarde Euro im Kampf gegen Ebola bereitgestellt.

Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier hatte Montagfrüh noch für eine zivile EU-Mission im Kampf gegen Ebola geworben. „Es drohen unter dieser Epidemie ganze Strukturen und Staaten zusammenzubrechen.“

Steinmeier warnte, die Ebola-Epidemie führe zum Ausfall von Ernten, Handel und staatlichen Einnahmen. Dadurch könnten in den westafrikanischen Staaten auch medizinisches und Pflege-Personal nicht mehr bezahlt werden. „Wir waren weltweit auf diese Epidemie mit dieser Dynamik nicht vorbereitet“, sagte er.

Die EU müsse nunmehr ihre Fähigkeiten bündeln, etwa durch gemeinsame Ausbildung im Kampf gegen Ebola, gemeinsame Evakuierungen. Um auch kleinere Staaten zu unterstützen, könnte dafür eine gemeinsame Plattform geschaffen werden. Steinmeier regte auch die Schaffung von medizinischen und fachkundigen Personalreserven für solche Fälle an, eine Art von „Weißhelmen“ nach Vorbild der UNO-Blauhelme.

Die EU sehe die Notwendigkeit einer Personalreserve von Experten der EU-Staaten auf freiwilliger Basis für eine rasche und gezielte Entsendung in Gesundheitskrisen, heißt es in der Erklärung.