Mindestens elf Tote bei Anschlag auf schiitische Moschee in Bagdad
Bagdad (APA/AFP) - Bei einem Bombenanschlag eines Selbstmordattentäters auf eine schiitische Moschee in Bagdad sind am Montag mindestens elf...
Bagdad (APA/AFP) - Bei einem Bombenanschlag eines Selbstmordattentäters auf eine schiitische Moschee in Bagdad sind am Montag mindestens elf Menschen getötet worden. Mehr als 20 Menschen wurden nach Polizeiangaben verletzt. Das Attentat in der irakischen Hauptstadt galt demnach Gläubigen, die nach dem Mittagsgebet die Moschee Husseiniyat al-Chairat im Stadtteil Sinak verließen.
Erst am Sonntag hatte sich ein Selbstmordattentäter vor einer Schiitenmoschee im westlichen Stadtteil Harthija in die Luft gesprengt und nach jüngsten Angaben mindestens 22 Menschen mit in den Tod gerissen.
Zu den Attentaten bekannte sich zunächst niemand. Selbstmordanschläge werden im Irak in der Regel sunnitischen Islamisten zugeschrieben. Dazu gehören auch Kämpfer der radikalsunnitischen Jihadistengruppe „Islamischer Staat“ (IS).
Die gehäuften Anschläge der jüngsten Zeit in Bagdad nähren die Befürchtung, dass es im Monat Muharram, der Ende der Woche beginnt, vermehrt Attentate auf schiitische Gläubige geben könnte. In den Muharram, den zweitheiligsten Monat im islamischen Kalender nach dem Ramadan, fällt Ashura, das wichtigste Fest der Schiiten.
Nach dem Fest kommen jedes Jahr Hunderttausende Pilger zu Fuß ans Grab des Imams Hussein in die irakische Stadt Kerbela. Sie gedenken dabei der Schlacht von Kerbela im Jahr 680, bei der der Überlieferung nach der Propheten-Enkel zusammen mit zahlreichen Getreuen vom Kalifen Yazid getötet wurde. Während für die Schiiten Hussein als direkter Nachfahre des Propheten der rechtmäßige Anführer der Muslime war, betrachten die Sunniten die Kalifen als Nachfolger Mohammeds. In der Vergangenheit gab es in Kerbela immer wieder Anschläge auf schiitische Pilger.
Die IS-Milizen im Irak haben seit Juni weite Teile des Landes unter ihre Kontrolle gebracht. Bisher versuchten sie vergeblich, auf Bagdad vorzustoßen. Hauptopfer der Anschläge im Irak sind Mitglieder der schiitischen Mehrheit. Von jihadistischen Sunniten werden sie als Ketzer angesehen.
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