EU-Kommission prüft Beihilfen für deutsche Jugendherbergen

Brüssel/Bielefeld (APA/dpa) - Die EU-Kommission nimmt die staatliche Förderung für die deutschen Jugendherbergen unter die Lupe. Dabei geht ...

Brüssel/Bielefeld (APA/dpa) - Die EU-Kommission nimmt die staatliche Förderung für die deutschen Jugendherbergen unter die Lupe. Dabei geht es um die Frage, ob die Jugendherbergen zu Unrecht Beihilfen erhalten haben, die den Wettbewerb verzerren könnten. Das bestätigte die EU-Kommission am Montag in Brüssel.

„Wir haben eine Beschwerde erhalten“, sagte der Sprecher von EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia. Diese richte sich gegen das Deutsche Jugendherbergswerk DJH. Über den Ausgang der Analyse könne man derzeit noch nichts sagen. Sollte die EU-Kommission zu dem Schluss kommen, dass die Unterstützung ungerechtfertigt war, müsste der Verband das Geld zurückzahlen. Es gibt keine Frist, bis wann Europas Wettbewerbshüter eine Entscheidung treffen müssen. Nach Angaben aus Kommissionskreisen hat sich der Konkurrent, die Hotelkette A&O Hotels and Hostels, in Brüssel beschwert.

Das deutsche Jugendherbergswerk bezieht nach eigenen Angaben ihm Jahr insgesamt rund 3 Mio. Euro Zuschüsse von Bund und Ländern. Diese würden für den Bau und Erhalt der Jugendherbergen eingesetzt, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Jugendherbergwerks, Bernd Dohn, am Montag. Ansonsten finanziert sich das DJH vor allem über die Mitgliedsbeiträge und Übernachtungen.

Einem möglichen Verfahren durch die Kommission sehe man gelassen entgegen, sagte Dohn weiter und betonte die Gemeinnützigkeit der Jugendherbergen. „Unsere Einrichtungen sind keine Hotels“, sagte er „Das Angebot richtet sich nach wie vor an Schulen, Familien und Jugendliche“. Sollte die EU die staatlichen Zuwendungen verbieten, müssten zukünftig Beihilfen bei der Kommission angemeldet und von ihr genehmigt werden.