Merkel fordert Finanzhilfen für Ukraine im Gasstreit mit Russland
Bratislava/Berlin (APA/AFP) - Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Verbündeten der Ukraine zur finanziellen Unterstützun...
Bratislava/Berlin (APA/AFP) - Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Verbündeten der Ukraine zur finanziellen Unterstützung Kiews im Gasstreit mit Russland aufgerufen. Jeder müsse seinen Betrag leisten, auch die Slowakei, sagte Merkel am Montag bei einem Besuch in der slowakischen Hauptstadt Bratislava.
Der Winter stehe bevor, und noch sei keine Lösung des Konflikts in Sicht. Nötig sei ein Abkommen zwischen Kiew, Moskau und der EU, um eine stabile Gasversorgung sicherzustellen. Zum Abschluss der eintägigen Reise wurde Merkel in der Comenius-Universität in Bratislava die Ehrendoktorwürde verliehen.
Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico lehnte bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit Merkel Finanzhilfen für Kiew ab. Die Ukraine müsse Reformen umsetzen und dürfe sich nicht auf die Hilfe anderer Länder verlassen, sagte Fico.
Auch aus Großbritannien war zuvor der Ruf nach finanzieller Unterstützung für die Ukraine laut geworden. Die EU müsse „den Ukrainern in der Krise helfen, der sie sich bei der Energieversorgung in diesem Winter gegenüber sehen“, sagte der britische Außenminister Philip Hammond bei einem Treffen der EU-Außenminister in Luxemburg.
Nach monatelangem Streit hatte die Ukraine am Sonntag eine vorläufige Einigung mit Russland zur Gasversorgung im Winter verkündet, Moskau verlangt dafür aber die Begleichung von Schulden in Höhe von insgesamt 4,5 Milliarden Euro durch Kiew. Dafür bräuchte die Ukraine finanzielle Unterstützung der internationalen Gemeinschaft.
Der russische Gazprom-Konzern hatte der Ukraine im Juni den Gashahn zugedreht, weil Kiew eine von Moskau nach dem proeuropäischen Umschwung im Nachbarland verordnete Preiserhöhung nicht akzeptierte. Ein weiterer Ausfall der Gaslieferungen im Winter könnte auch Auswirkungen auf Westeuropa haben, da Gas für die EU durch die Ukraine geleitet wird. Am Dienstag sollen in Brüssel die entscheidenden Beratungen über die Lösung des Gaskonflikts stattfinden.
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