Grasser-Klage - Ex-Minister: Hatte in „Grasser-Haus“ nichts zu reden

Wien (APA) - Am späten Nachmittag ist heute im Schadenersatzprozess von Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser gegen seine früheren Steuerbera...

Wien (APA) - Am späten Nachmittag ist heute im Schadenersatzprozess von Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser gegen seine früheren Steuerberater von Deloitte auch das Haus in Maria Wörth in Kärnten zur Sprache gekommen. Dieses gehörte formell nicht Grasser, sondern der Gesellschaft SMW OG, wo sein Vertrauter Geschäftsführer war.

Die SMW ist Teil des komplizierten Gesellschafts- und Stiftungsgeflechts, das Grasser über Liechtenstein errichtet hatte und wohin seine Meinl-Millionen geflossen waren.

Im Steuerverfahren war bei den Ermittlungen genau untersucht worden, wie die Sanierung des Hauses am Wörthersee vonstatten ging. Grasser verteidigte heute seine aktive Beteiligung damit, dass er vom SMW-Geschäftsführer eine „mündliche Vollmacht“ erhalten habe, um sich um eine gewisse Vorauswahl zu kümmern. Das Haus sei in den Medien und auch bei der örtlichen Bevölkerung nicht korrekt „Grasser-Haus“ genannt worden. Allerdings „habe ich selbst nichts zu reden gehabt“, beteuerte er.

Als ihm der Anwalt der Beklagten einen Kostenvoranschlag für einen Parkettboden vorhielt, der an Grassers Firma Value Creation und nicht an die SMW gerichtet war, verteidigte Ex-Justizminister Dieter Böhmdorfer (FPÖ) seinen Mandanten: Es sei „eine Sache der Lebenserfahrung, dass Kostenvoranschläge nicht an den endgültigen Auftraggeber gerichtet seien“. Für Grasser ein Beispiel, dass er nur im Interesse der SMW und für die Mieter - seine Eltern und seine Frau - agiert habe: Letztlich habe die SMW den von ihm und seiner Frau ausgewählten Bodenbelag als „zu teuer“ abgelehnt.

Gegen Ende des heutigen Prozesstages wurde es noch ein wenig turbulent. Um die Rolle eines Vertrauten der Familie Grasser, der Geschäftsführer bei SMW war, zu klären, ging die Verteidigung von Steuerberater Peter Haunold auf einen Verkehrsunfall der damaligen Freundin von Grasser ein, wobei der Porsche, den die Ex lenkte, von diesem Vertrauten gekommen sein soll.

Grasser-Anwalt Dieter Böhmdorfer sprach daraufhin von einer Medienshow, die die Haunold-Verteidiger für die anwesenden Journalisten abziehen würden. Bei dieser „Regenbogenjudikatur“ werde er nicht mitmachen. Das Niveau sei am Boden angekommen, so Böhmdorfer - just als die Parkettausstattung der Villa in Maria Wörth besprochen werden sollte.

Das Verfahren wird morgen, Dienstag, am Handelsgericht mit der abschließenden Befragung von Grasser und des Beklagten, Peter Haunold, fortgesetzt.

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