IS holt sich Verstärkung für Kampf um Kobane
Der „Islamische Staat“ hat am Montagabend neue Attacken auf die umkämpfte syrische Stadt Kobane gestartet. Extremisten und kurdische Einheiten lieferten sich heftige Gefechte.
Kobane – Nach den US-Waffenlieferungen für die Kurden in Kobane haben sich die Angreifer der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) mit Kämpfern aus anderen Regionen verstärkt. In der seit Wochen belagerten nordsyrischen Grenzstadt lieferten sie sich am Dienstag neue Gefechte mit den kurdischen Verteidigern.
Nach Angaben des syrischen Beobachtungszentrums für Menschenrechte kamen die neuen Einheiten der radikalen Islamisten aus den vom IS kontrollierten syrischen Städten Raqqa und Dkharabalus.
Zwei verhinderte Selbstmordanschläge der Jihadisten am Montagabend hätten die neuen Kämpfe ausgelöst, hieß es in einer von der kurdischen Nachrichtenagentur Hawar veröffentlichten Mitteilung der kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG).
Unterdessen kamen trotz einer Einreisegenehmigung der Türkei noch keine kurdischen Peshmerga-Kämpfer aus dem Nordirak in Kobane an. Die Türkei hatte den Kämpfern, die den bedrängten Kurden dort zu Hilfe eilen wollen, am Montag die Einreise in die Grenzstadt genehmigt. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hatte aber zugleich weiterhin jede direkte türkische Unterstützung für die syrisch-kurdische Partei PYD ausgeschlossen. Die in Kobane kämpfenden YPG sind die Miliz der PYD, die eng mit der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) verbunden ist.
In der Nacht zum Montag - rund fünf Wochen nach Beginn der Kämpfe - hatten US-Transportflugzeuge erstmals Waffen und Munition sowie medizinisches Material für die Verteidiger der nordsyrischen Stadt abgeworfen. Die Lieferungen stammen nach US-Angaben von kurdischen Stellen im Irak und wurden nur transportiert.
US-Außenminister John Kerry spricht am Dienstag in Berlin mit seinem deutschen Kollegen Frank-Walter Steinmeier die Lage.
Angriffe auf Kurdenstadt Kara Tapah im Irak
Im Irak griffen die Jihadisten die von Kurden kontrollierte Stadt Kara Tapah an. Zehn Menschen wurden nach Angaben der Behörden getötet. Tausende Menschen flohen aus der Stadt. Am Montag habe die Terrormiliz zeitgleich 15 Angriffe gegen kurdische Kräfte im Nordirak geführt, berichtete der US-Sender CNN. Dagegen zogen sich IS-Kämpfer laut Medienberichten aus der Provinz Salaheddin nördlich der Hauptstadt Bagdad zurück.
Dutzende IS-Anhänger hätten von ihnen kontrollierte Gebiete rund um die Stadt Tikrit in Richtung der Provinz Ninive im Norden des Landes verlassen, berichtete die unabhängige irakische Nachrichtenseite Al-Sumaria News unter Berufung auf lokale Quellen. Die Region um das 160 Kilometer nördlich Bagdads gelegene Tikrit war in den vergangenen Tagen verstärkt von Flugzeugen der internationalen Allianz bombardiert worden. Das dänische Verteidigungsministerium teilte mit, dänische F16-Flugzeuge hätten im Kampf gegen den IS im Irak erstmals Bomben abgeworfen.
Medienbericht: IS kann in Türkei ungestört operieren
Laut einem britischen Pressebericht kann die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) im NATO-Land Türkei offenbar relativ ungestört operieren. Die Zeitung „The Telegraph“ berichtete kürzlich, ein syrischer Rebellenführer sei bei einem letztlich gescheiterten Entführungsversuch durch den IS nahe der türkischen Grenzstadt Sanliurfa angeschossen worden. (APA/dpa/AFP)
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