Präsidentschaftswahl in Rumänien - Premier Ponta führt in Umfragen
Bukarest (APA) - Zwei Wochen vor der Präsidentschaftswahl liegt der sozialdemokratische Premier Victor Ponta (PSD) in Umfragen mit rund 41 P...
Bukarest (APA) - Zwei Wochen vor der Präsidentschaftswahl liegt der sozialdemokratische Premier Victor Ponta (PSD) in Umfragen mit rund 41 Prozent der Wählerstimmen deutlich vor den anderen 13 Präsidentschaftskandidaten. Bei der siebenten Präsidentschaftswahl nach der Wende 1989 wird nach dem Sozialisten Ion Iliescu (PSD), dem bürgerlichen Emil Constantinescu und Traian Basescu der vierte Staatschef gewählt.
Wichtigster Herausforderer Pontas ist Klaus Johannis (Iohannis), der den Umfragen zufolge im ersten Wahlgang auf 29 Prozent der Stimmen käme. Der deutschstämmige Bürgermeister der zentralrumänischen Stadt Sibiu (Hermannstadt), der erst vor rund zwei Jahren in die Zentralpolitik wechselte, übernahm nach dem Bruch der Regierungskoalition mit Pontas PSD die Führung der Nationalliberalen Partei (PNL). Die PNL wurde nach der Zusammenführung mit den Liberaldemokraten (PDL) mitsamt der „Partei Bürgerkraft“ (PFC) zur wichtigsten Mitte-Rechts-Gruppierung der rumänischen Politik.
Eine Stichwahl zwischen Ponta und Johannis gilt als sicher, da der amtierende Premier den Umfragen zufolge im ersten Wahlgang keine absolute Mehrheit erreichen wird. Im zweiten Durchgang würde sich der Abstand zwischen den beiden Kandidaten auf etwa zehn Prozent verringern: Somit würden auf Ponta 55, auf Johannis 45 Prozent der Wählerstimmen entfallen. Einige Umfragen prognostizieren sogar einen Unterschied von nur sechs Prozentpunkten.
Eine Besonderheit des aktuellen Wahlkampfs ist der Antritt zweier Frauen als Kandidatinnen. Die ehemalige Regionalentwicklungsministerin Elena Udrea liefert sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem ehemaligen Premier Calin Popescu Tariceanu. Beide erreichen laut Umfragen derzeit rund acht Prozent der Wählergunst. Udrea trat nach einem erfolglosen Wettkampf um die PDL-Führung aus ihrer alten Partei aus und übernahm die von Staatschef Basescu initiierte „Partei Bürgerbewegung“ (PMP). Popescu Tariceanu verließ seine frühere Partei, die PNL, und gründete die „Liberale Reformpartei“.
Vier Prozent der Stimmen werden der EU-Parlamentarierin Monica Macovei vorausgesagt, die nach ihrem Austritt aus der PDL als Unabhängige kandidiert. Die als Galionsfigur des Antikorruptionskampfs in Rumänien geltende Ex-Justizministerin wird vor allem von der intellektuellen Elite präferiert.
Als Vertreter der Demokratischen Union der Ungarn in Rumänien (UDMR) kommt deren Vorsitzender Hunor Kelemen auf rund zwei Prozent der Stimmen. Erstmals steht ihm mit Zsolt Szilagyi von der Ungarischen Bürgerpartei Siebenbürgens (PPMT) auch ein Gegenkandidat aus den Reihen der eigenen Minderheit gegenüber.
Der ehemalige Außen- und Verteidigungsminister Teodor Melescanu, der laut Umfragen unter der 5-Prozent-Marke bleibt, verzichtete auf seine Funktion als Leiter des Auslandsgeheimdienstes um bei der Wahl anzutreten.
Insgesamt haben sich 14 Kandidaten für das Amt beworben. Dazu gehören der schrille Ultranationalist Corneliu Vadim Tudor, der sich zum 5. Mal der Wahl stellt, aber auch der relativ unbekannte Geschäftsmann Constantin Rotaru, der die Partei „Sozialistische Alternative“ anführt. Letzterem werden, wie auch einem weiteren Ultranationalisten, Gheorghe Funar, sowie den Abgeordneten William Branza von der Ökologischen Partei (PE) und Mircea Amaritei von der Partei Prodemo unter ein Prozent der Stimmen vorausgesagt.
Zwischen 62 und 64,5 Prozent der wahlberechtigten Rumänen geben an, zur Wahl gehen zu wollen. Bis zu 16 Prozent der Wähler beabsichtigen jedoch, sich am zweiten Wahlgang nicht mehr zu beteiligen, wenn ihr Kandidat es nicht in die Stichwahl schafft.
(GRAFIk 1247-14)
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