Betörende Harmonien - Lily & Madeleine: „Es ging nie um Ruhm“
Wien/Indianapolis (Indiana) (APA) - Es ist nicht allzu lange her, da wurden Geschwister aus Los Angeles etwas vorschnell als nächste große I...
Wien/Indianapolis (Indiana) (APA) - Es ist nicht allzu lange her, da wurden Geschwister aus Los Angeles etwas vorschnell als nächste große Indie-Folk-Pop-Sensation gefeiert. Ohne Hype schafften es dagegen zwei Schwestern aus dem Bundesstaat Indiana, auf dem Stilgebiet Americana ein atemberaubendes Debüt abzuliefern: Lily & Madeleine. „Wir wollten nie das nächste große Ding sein. Um Ruhm ging es nie, nur um die Musik“, so ihr Credo.
Mit „Fumes“ erscheint am 24. Oktober das zweite Album der Jurkiewicz-Schwestern, beide keine 20 Jahre alt, aus Indianapolis. Hat auf dem schlicht „Lily & Madeleine“ betitelten Debüt der perfekte Harmoniegesang und die emotionale Tiefe beeindruckt, kommt jetzt eine wohldosiert gesteigerte Instrumentierung dazu. „Das ist der nächste Schritt - und wie wir meinen, ein guter, richtiger Schritt“, betonten die Damen im Interview mit der APA. „Wir wollten nicht zu anders klingen. Es handelt sich um kleine Änderungen, es ging darum, neue Farben in den Sound einfließen zu lassen.“
Unter Druck haben sich die Geschwister nach dem gefeierten Debüt offenbar nicht setzen lassen: „Es war eine unkomplizierte Arbeit, kein schwieriges Unterfangen. Wir hatten noch Ideen für Lieder übrig, die wir nicht für die Vorgänger-Platte verwendet haben.“ Allerdings wollte man diese Ideen weiterentwickeln: „Wir sind mittlerweile viel selbstsicherer, was das Songschreiben betrifft. Daher haben sich nicht nur Instrumentierungen verändert, sondern auch die Texte. Sie sind definitiv reifer, kein Zweifel“, so Madeleine.
Lilys rauchigere Altstimme und Madeleines Soprangesang ergänzen sich traumhaft. „Wir schreiben den Text parallel zu den Melodien und Harmonien, daher wissen wir gleich, welche Stimme wie und wo eingesetzt wird, das ist leicht“, erklärte Madeleine, die ältere der beiden Schwestern, die früh in der Familie gemeinsam gesungen haben. „Mama hat uns dazu stets ermutigt. Das gemeinsame Singen war Teil unserer Kindheit, aber richtig professionell aufgetreten sind wir nie gemeinsam.“ Alles änderte sich, als das Duo ein paar Coverversionen aufnahm und auf YouTube stellte.
Die erste EP („The Weight Of The Globe“) war ein Versuch. „Wir wussten, was uns und unseren Freunden gefällt, aber es gab keine besondere Inspiration oder ein Vorbild. Wir haben ausprobiert - und um ehrlich zu sein, waren wir damals mit dem Ergebnis nicht zufrieden“, meinte Lily selbstkritisch. „Heute bin ich stolz darauf, aber damals waren wir noch verunsichert.“ Das ungezwungene Ausprobieren hat sich für Lily & Madeleine letztendlich ausgezahlt: „Es ist doch viel interessanter und erfüllender, wenn dir deine Musik selbst gefällt und du dich nicht dazu zwingen musst, Formate zu bedienen“, sagten sie.
(Das Gespräch führte Wolfgang Hauptmann/APA)
(S E R V I C E - www.lilandmad.com)
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