Streik auf Lufthansa-Langstrecken ausgeweitet
Frankfurt (APA/dpa) - Wenig New York, kein Rio, kaum Tokio: Bei ihrer inzwischen achten Streikwelle nehmen die Piloten der deutschen AUA-Mut...
Frankfurt (APA/dpa) - Wenig New York, kein Rio, kaum Tokio: Bei ihrer inzwischen achten Streikwelle nehmen die Piloten der deutschen AUA-Mutter Lufthansa jetzt auch Langstreckenflüge ins Visier. An den Drehkreuzen Frankfurt und München blieb das Chaos zunächst aus. Seit heute Früh, 6.00 Uhr, bestreikt die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) zusätzlich zu Kurz- und Mittelstrecken auch Interkontinentalflüge.
Der Ausstand soll kurz vor Mitternacht enden. Bereits am Montag um 13.00 Uhr begann der Streik auf Kurz- und Mittelstrecken.
Am Frankfurter Flughafen sei es „sehr ruhig“, sagte eine Sprecherin des Flughafenbetreibers Fraport. Die Lufthansa-Schalter seien besetzt, gestrandete Fluggäste würden mit Essen und Getränken versorgt. Auch ein Sprecher des Münchner Flughafens meldete keine besonderen Vorkommnisse.
In Frankfurt stellt Europas größte Airline den Langstreckenflugverkehr fast vollständig ein. In München sollten etwa die Hälfte der Flüge starten. Langstreckenflüge von und nach Düsseldorf sollten planmäßig abheben. Insgesamt streicht Lufthansa 1.511 Flüge, unter anderem Verbindungen nach Asien und in die USA. Betroffen sind etwa 166.000 Passagiere.
Der Arbeitskampf bei der Lufthansa läuft bereits seit April. Größter Streitpunkt ist die sogenannte Übergangsrente: Die Fluggesellschaft will, dass ihre Piloten künftig frühestens mit 60 statt wie bisher mit 55 Jahren in den bezahlten Vorruhestand gehen können. Die Pilotengewerkschaft wehrt sich dagegen.
Beide Parteien werfen sich gegenseitig vor, eine Lösung zu blockieren. Die Gewerkschaft hält der Airline vor, Kompromissangebote bisher ausgeschlagen zu haben. Lufthansa-Sprecherin Barbara Schädler sagte am Dienstag dem Radiosender NDR Info: „Wir kennen die Vorstellungen der Vereinigung Cockpit nicht.“ Es gebe bisher nur die Forderung nach einem unterschriftsreifen Angebot.
Der deutsche Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) warnte angesichts der Streiks bei der Lufthansa und der Deutschen Bahn vor schwerwiegenden Auswirkungen auf die deutsche Konjunktur. „Wenn Menschen nicht zur Arbeit kommen und Güter nicht transportiert werden, dann leidet auch die Wirtschaft“, sagte Dobrindt der „Bild“ (Dienstag).
~ ISIN DE0008232125 WEB http://www.lufthansa.com/ ~ APA056 2014-10-21/08:34
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