Bauprojekt am Föhrenweg in Telfs erhitzt die Gemüter
Ein geplanter Neubau des Bruders von Vizebürgermeister Günter Porta (Liste PZT) mit acht Wohneinheiten sorgt bei den Anrainern für Unmut.
Von Nikolaus Paumgartten
Telfs –Der Föhrenweg im Telfer Ortsteil St. Georgen zweigt an einer Stelle nach Norden ab und führt in eine Sackgasse. Dort soll auf halbem Weg der Sackgasse ein Bauprojekt mit acht Wohnungen entstehen. Obwohl vom Bau- und Raumordnungsausschuss sowie vom Gemeinderat bereits abgesegnet, hoffen Nachbarn weiter auf eine Umplanung des Vorhabens und haben bei der Gemeinde entsprechende Stellungnahmen gegen den Bebauungsplan eingebracht.
Einer von ihnen ist Anton Niedermayer, dem das Nachbarhaus nördlich des geplanten Objektes gehört. Seiner Ansicht nach vertrage weder die Straße noch die Wohngegend ein derart dicht gebautes Gebäude. Die Anzahl der Bewohner der Straße würde sich mit einem Schlag mehr als verdoppeln, wenn man von jeweils drei Menschen in den acht Wohnungen ausgehe – mit allen Konsequenzen, was den Verkehr und den Lärm betreffe. Und letztlich würde sein Grundstück und die seiner Nachbarn massiv an Wert verlieren.
In seinem Einspruch spielt Niedermayer außerdem auf die Tatsache an, dass der Bauwerber Werner Porta der Bruder von Vizebürgermeister und Bauausschussobmann Günter Porta (Liste PZT) ist. „Die Bewilligung des abgeänderten Bebauungsplanes dürfte auf das Naheverhältnis (...) zurückzuführen sein“, so Niedermayer in seiner Stellungnahme.
Diesen Vorwurf weist Vize-BM Günter Porta auf Nachfrage der TT entschieden zurück: „Ich habe bei der Behandlung des Punktes im Ausschuss den Vorsitz abgegeben und den Raum verlassen.“ Und auch im Gemeinderat habe er nicht mitgestimmt. Das Projekt sei in enger Zusammenarbeit mit dem Raumplaner ausgearbeitet und umgeplant worden. Das Ansuchen eines anderen wäre nicht anders behandelt worden als das seines Bruders, unterstreicht Porta.
Werner Porta selbst kann die Aufregung in der Nachbarschaft nicht verstehen und setzt auf das persönliche Gespräch. Allein in der vergangenen Woche habe er mit drei seiner Nachbarn geredet und die Vorbehalte ausräumen können. Bei dem Haus, das durch den Neubau ersetzt werden soll, handle es sich um sein Elternhaus, schon alleine deshalb habe er ein Interesse, dass alles konfliktfrei und in gutem Einvernehmen mit den Anrainern ablaufe. „Ich lasse auf meine Kosten neue Wasser- und Abwasserleitungen sowie eine Gasleitung verlegen“, sieht Porta auch einen Mehrwert für die anderen Bewohner der Sackgasse. Weiters habe er sich für eine kostenintensive Tiefgarage entschieden, obwohl er auch Außenparkplätze hätte bauen lassen können. Außerdem halte er alle Abstände und Höhen ein und bei den Einheiten handle es sich auch nicht um geförderte Billigwohnungen.
Porta sieht in seinem Bauvorhaben eine durchaus verträgliche Lösung für die Nachbarschaft. Zumal er bereits Gespräche mit dem Land geführt hatte, das sein Haus auf 15 Jahre zur Unterbringung von Flüchtlingen gemietet hätte.
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