Die neue Juncker-Kommission
Brüssel (APA/dpa) - Nach dem Rückzug der Slowenin Alenka Bratusek sieht die neue EU-Kommission etwas anders aus als zunächst geplant. Das Eu...
Brüssel (APA/dpa) - Nach dem Rückzug der Slowenin Alenka Bratusek sieht die neue EU-Kommission etwas anders aus als zunächst geplant. Das Europaparlament muss dem Kollegium am Mittwoch in Straßburg noch zustimmen. Die von Präsident Jean-Claude Juncker geführte Kommission soll dann am 1. November antreten. Ein Überblick:
BELGIEN: Marianne Thyssen (58), Christdemokratin, belgische Europaabgeordnete. Sie wird Kommissarin für Beschäftigung, soziale Angelegenheiten, Qualifikationen und Mobilität der Arbeitnehmer.
BULGARIEN: Kristalina Georgiewa (61), Konservative, bisherige EU-Kommissarin für humanitäre Hilfe und Krisenschutz. Sie wird Vizepräsidentin der EU-Kommission für Budget und Personal.
DÄNEMARK: Margrethe Vestager (46), Sozialliberale, frühere dänische Ministerin für Wirtschaft und Inneres. Sie wird Wettbewerbskommissarin.
DEUTSCHLAND: Günther Oettinger (61), Christdemokrat, bisheriger EU-Energiekommissar und früherer baden-württembergischer Ministerpräsident (CDU). Er wird Kommissar für digitale Wirtschaft und Gesellschaft.
ESTLAND: Andrus Ansip (58), Liberaler, früherer estnischer Ministerpräsident. Als Vizepräsident der EU-Kommission soll er sich um den digitalen Binnenmarkt kümmern.
FINNLAND: Jyrki Katainen (43), Konservativer, zuletzt übergangsweise Wirtschafts- und Währungskommissar, früher finnischer Ministerpräsident. Als Vizepräsident der EU-Kommission zuständig für Arbeitsplätze, Wachstum, Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit.
FRANKREICH: Pierre Moscovici (57), Sozialist, früherer französischer Finanzminister. Er übernimmt als Kommissar die Bereiche Wirtschaft und Finanzen, Steuern und Zoll.
GRIECHENLAND: Dimitris Avramopoulos (61), Konservativer, griechischer Verteidigungsminister. In Junckers Kommission für Migration, Inneres und Staatsbürgerschaft vorgesehen.
GROSSBRITANNIEN: Jonathan Hill, Lord Hill of Oareford (54), Konservativer, früherer Fraktionschef der Tories im britischen Oberhaus. Er wird Kommissar für Finanzstabilität, Finanzdienstleistungen und Kapitalmarktunion.
IRLAND: Phil Hogan (54), Konservativer, ehemaliger irischer Umweltminister. Er kümmert sich um Landwirtschaft und ländliche Entwicklung.
ITALIEN: Federica Mogherini (41), Sozialdemokratin, italienische Außenministerin. Sie wird EU-Außenbeauftragte und führt damit die Treffen der EU-Außenminister.
KROATIEN: Neven Mimica (61), Sozialdemokrat, bisher EU-Verbraucherschutzkommissar. Er wechselt ins Ressort internationale Zusammenarbeit und Entwicklung.
LETTLAND: Valdis Dombrovskis (43), Konservativer, früherer lettischer Ministerpräsident. Als Vizepräsident der Kommission soll er sich um den Euro und den sozialen Dialog kümmern.
LITAUEN: Vytenis Andriukaitis (63), Sozialdemokrat, ehemaliger litauischer Gesundheitsminister. Er wird Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.
LUXEMBURG: Jean-Claude Juncker (59), Christsozialer, ehemaliger luxemburgischer Ministerpräsident. Juncker ist der künftige EU-Kommissionspräsident. Er wurde bereits im Juli vom Parlament bestätigt.
MALTA: Karmenu Vella (64), Sozialdemokrat, früherer maltesischer Tourismusminister. In seine Zuständigkeit fallen Umweltschutz, Meerespolitik und Fischerei.
NIEDERLANDE: Frans Timmermans (53), Sozialdemokrat, niederländischer Außenminister. Er wird als „Erster Vizepräsident“ die rechte Hand von Juncker. Sein Ressort: bessere Rechtssetzung, interinstitutionelle Beziehungen, Rechtsstaatlichkeit und die EU-Grundrechtecharta.
ÖSTERREICH: Johannes Hahn (56), Christdemokrat, bisheriger EU-Kommissar für Regionalpolitik. Kümmert sich künftig um europäische Nachbarschaftspolitik und Erweiterungsverhandlungen.
POLEN: Elzbieta Bienkowska (50), Liberalkonservative, polnische Infrastrukturministerin. In Brüssel wird sie für Binnenmarkt, Industrie, Unternehmertum, Raumfahrt sowie kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) zuständig sein.
PORTUGAL: Carlos Moedas (44), Sozialdemokrat, Staatssekretär beim portugiesischen Ministerpräsidenten. Juncker gibt ihm das Ressort Forschung, Wissenschaft und Innovation.
RUMÄNIEN: Corina Cretu (47), Sozialdemokratin, rumänische EU-Abgeordnete. Die Rumänin wird Kommissarin für Regionalpolitik.
SCHWEDEN: Cecilia Malmström (46), Liberale, bisherige EU-Innenkommissarin. Sie wird Handelskommissarin.
SLOWAKEI: Maros Sefcovic (48), Sozialdemokrat, bisheriger EU-Verwaltungskommissar. Er wird Vizepräsident der EU-Kommission für die Energieunion.
SLOWENIEN: Violeta Bulc (50), slowenische Entwicklungsministerin, gehört in ihrem Land zur politischen Mitte. Sie ersetzt die Sozialliberale Bratusek, die sich nach Widerstand aus dem EU-Parlament zurückgezogen hatte. Bulc soll das Transportressort übernehmen.
SPANIEN: Miguel Arias Canete (64), Konservativer, spanischer Ex-Minister für Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt. In der Juncker-Kommission übernimmt er Klimapolitik und Energie.
TSCHECHIEN: Vera Jourova (50), Liberale, tschechische Ministerin für Regionalentwicklung. Sie wird Justiz-, Verbraucherschutz- und Gleichstellungskommissarin.
UNGARN: Tibor Navracsics (48), Mitglied der rechtskonservativen Fidesz-Partei, ungarischer Außenminister. In der EU-Kommission übernimmt er das Ressort Bildung, Kultur und Jugend.
ZYPERN: Christos Stylianides (56), Christdemokrat, zypriotischer Abgeordneter im Europaparlament. Sein Ressort: humanitäre Hilfe und Krisenmanagement.
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