Deutsche Maschinenbauer schaffen trotz Konjunktursorgen neue Stellen
Berlin (APA/Reuters) - Trotz eingetrübter Konjunkturaussichten sorgt der deutsche Machinenbau für mehr Beschäftigung. Erstmals seit 1993 arb...
Berlin (APA/Reuters) - Trotz eingetrübter Konjunkturaussichten sorgt der deutsche Machinenbau für mehr Beschäftigung. Erstmals seit 1993 arbeiten wieder über eine Million Menschen in der als Rückgrat der deutschen Wirtschaft geltenden Branche, wie VDMA-Präsident Reinhold Festge am Dienstag auf dem Maschinenbaugipfel in Berlin sagte.
Mit 1,008 Millionen im August seien das 18.000 mehr als im Vorjahresmonat. „Auf den ersten Blick mag dieser Aufbau nicht so recht zum erwarteten mageren Produktionsplus passen“, so Festge. Doch die Maschinenbauer glaubten an die mittelfristigen Wachstumschancen und träfen mit den Neueinstellungen auch Vorkehrungen gegen den Fachkräftemangel.
In diesem Jahr peilen die deutschen Maschinenbauer einen um 4 Mrd. auf 210 Mrd. Euro steigenden Rekordumsatz an, erklärte Festge. Er bekräftigte zudem das im Juli von plus 3 auf plus 1 Prozent revidierte Produktionswachstum, räumte aber ein, dass die Produktion nach acht Monaten exakt auf Vorjahresniveau liege. Die Ukraine-Krise und die Sanktionen gegen Russland haben den Maschinenbauern in den vergangenen Monaten zugesetzt. Das Exportvolumen sank bis Ende Juli um rund 500 Mio. auf 87,7 Mrd. Euro.
Für 2015 hofft Festge auf ein Produktionsplus von preisbereinigt zwei Prozent und setzt dabei auf die Zukunftsmärkte China, USA und Afrika. „Die USA werden wichtiger, China bleibt bedeutsam und Afrika bietet große Chancen“, so Festge. Die USA sei jetzt schon der zweitwichtigste Markt für die Maschinenbauer nach China und der wichtigste ausländische Investitionsstandort.
„Aber es könnte noch weit besser laufen, wenn es zum Beispiel keine technischen und bürokratischen Hürden gäbe“, betonte Festge, der geschäftsführender Gesellschafter beim nordrhein-westfälischen Maschinenbauer Haver & Boecker ist. Das geplante Freihandelsabkommen (TTIP) sei daher unabdingbar und verbessere die Exportchancen. „Wir können es uns schlicht nicht leisten, die USA zu enttäuschen, nur weil wir in Deutschland auf einer Chlorhühnchenchimäre reiten.“ Im Streit um das geplante Abkommen zwischen der EU und den USA wird unter anderem über die Einfuhr von mit Chlordioxid desinfiziertem Geflügelfleisch („Chlorhühnchen“) diskutiert.
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