Bauernbund: Agrarsektor investiert 5,5 Mrd. Euro heuer und 2015

Wien (APA) - In der Land- und Forstwirtschaft werden heuer und kommendes Jahr zusammen rund 5,5 Mrd. Euro investiert, geht man nach den aktu...

Wien (APA) - In der Land- und Forstwirtschaft werden heuer und kommendes Jahr zusammen rund 5,5 Mrd. Euro investiert, geht man nach den aktuellsten hochgerechneten Zahlen des Bauernbundes, der auf die große Investitionsfreudigkeit im Agrarsektor verweist. „Der gesamte ländliche Wirtschaftsraum profitiert von den Konjunkturimpulsen die von der Landwirtschaft ausgehen“, so Bauernbundpräsident Jakob Auer (ÖVP).

So seien von 2007 bis 2012 alleine durch 540 Mio. Euro an Investitionsförderungen für rund 28.000 Betriebe Investitionen um rund 2,7 Mrd. Euro ausgelöst worden, hieß es am Dienstag weiters in einer Aussendung.

Zwar seien im vergangenen Jahr die Umsätze wie die Erträge „leicht zurückgegangen“, so Auer. Durch die heuer guten Ernten dürfte sich aber eine Trendwende ergeben - „trotz des hohen Preisdrucks“. Auch die neue Investitionsprämie ab heuer im Rahmen des Programms zur Ländlichen Entwicklung würde Stabilität bringen. Umweltverbände, Bio-, Klein- und Bergbauern störten sich zuletzt allerdings an der vom Bauernbund gepriesenen Maßnahme, die tendenziell große Betriebe stütze, wie die „Kleinen“ aber auch die Oppositionspartei der Grünen meinen. Dotiert ist die Maßnahme mit insgesamt 102,5 Mio. Euro pro Jahr von EU, Bund und Ländern. Die Investitionsförderung steigt um 9 Prozent.

Investitionen für einen lebendigen und wettbewerbsfähigen ländlichen Raum seien besonders wichtig, sagte das Ministerium dazu. Zudem wirke sich Innovation - die man sich offenbar einhergehend mit Investitionen erwartet - „auch positiv auf die Umwelt aus“.

Die Investitionsförderung, wie sie im heimischen Programmentwurf stand, sei „nicht an nennenswerte ökologische Auflagen gebunden“, bemängelte die EU-Kommission, die insgesamt vom Landwirtschaftsministerium von Andrä Rupprechter (ÖVP) 176 Fragen zum Entwurf gestellt hatte.

Aufgeschnürt werde das Programm nicht, da und dort müsse man Antworten geben, betonte der Minister zuletzt. Was genau nachgeschärft wurde, blieb vorerst auf Anfragen im Ministerium allerdings unklar. Auswirkungen von einigen Maßnahmen seien deutlicher darzustellen, sagte Rupprechter zuvor. Es sei „nicht vorgesehen, am Finanzvolumen oder an der Struktur unseres Programms Änderungen vorzunehmen“.

Für Auer ist das Programm der Ländlichen Entwicklung im Rahmen der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP) jedenfalls ein „Konjunkturprogramm für Länder und Gemeinden“, wie er heute mitteilte. „Jeder Euro Investitionsförderung setzt vier bis fünf Euro an Konjunkturimpulsen in Bewegung“, so der Bauernbundpräsident. Die Wettbewerbsfähigkeit sei das Um und Auf. „Gezielte Investitionen in Qualitätsmaßnahmen, Umwelt- und Ressourceneffizienz, Tierschutz oder Hygiene verbessern die Marktchancen für den einzelnen Bauernhof.“

Laut Bauernbund hängen insgesamt in Österreich 530.000 Jobs an der Landwirtschaft.

~ WEB http://www.oevp.at ~ APA306 2014-10-21/13:41