Chinesische Konjunktur kühlt geringer ab als erwartet

Peking (APA/Reuters) - Chinas Wirtschaft wächst so langsam wie seit Anfang 2009 nicht mehr. Auch wenn es im dritten Quartal konjunkturell et...

Peking (APA/Reuters) - Chinas Wirtschaft wächst so langsam wie seit Anfang 2009 nicht mehr. Auch wenn es im dritten Quartal konjunkturell etwas besser lief als erwartet, könnte erstmals seit 15 Jahren das Wachstumsziel der Regierung verfehlt werden. Das BIP der nach den USA zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt stieg von Juli bis September um 7,3 Prozent zum Vorjahresquartal, so das nationale Statistikamt am Dienstag.

Ökonomen hatten im Schnitt nur mit 7,2 Prozent gerechnet, nachdem es im Frühjahr 7,5 Prozent waren. Trotzdem wird nun erwartet, dass die kommunistische Staatsführung die Konjunktur weiter ankurbelt, um einen deutlicheren Rückgang zu verhindern.

Die Zahlen wurden an den Finanzmärkten mit Spannung erwartet, weil sich die Entwicklung in der Volksrepublik auch auf die Weltkonjunktur auswirkt. Die Tokioter Börse gab nach: Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss zwei Prozent tiefer, der breiter gefasste Topix-Index sank um 1,6 Prozent. Börsianern zufolge dürfte der deutsche Aktienindex Dax allerdings im Plus starten.

Das Wachstumsziel der Regierung in Peking für 2014 liegt bei 7,5 Prozent. Ministerpräsident Li Keqiang hat jedoch mehrfach deutlich gemacht, dass die Rate auch darunter liegen darf, solange sich der Arbeitsmarkt behauptet.

Im Vergleich zum Vorquartal wuchs das Bruttoinlandsprodukt um 1,9 Prozent. Volkswirte hatten hier mit 1,8 Prozent gerechnet. Im Frühjahrsquartal lag die Kennziffer noch bei 2,0 Prozent.

Volkswirt Julian Evans-Pritchard vom Analysehaus Capital Economics in Singapur sagte, die Entscheidungsträger in China würden durch die Zahlen wohl nicht beunruhigt. „Mit 7,3 Prozent werden sie wahrscheinlich ziemlich zufrieden sein.“ Tim Condon von der Großbank ING ergänzte, die Daten signalisierten nicht, dass die Regierung nun ein „großes Konjunkturpaket“ schnüren müsse.