Ebola - Auffinden von Fällen in Westafrika am wichtigsten

London/Freetown/Conakry (APA) - Das Auffinden von Patienten, die penible Zurückverfolgung der Kontaktpersonen, die Betreuung der Betroffenen...

London/Freetown/Conakry (APA) - Das Auffinden von Patienten, die penible Zurückverfolgung der Kontaktpersonen, die Betreuung der Betroffenen in Isolierstationen sowie die Information der Bevölkerung sind die besten Mittel, um Ebola Herr zu werden. Das schreibt der Co-Entdecker der Erkrankung, der britische Tropenmediziner David Heymann, in der neuesten Ausgabe der britischen Wissenschaftszeitschrift „Nature“.

Heymann lehrt und forscht an der London School of Hygiene. 1976 war er bei jenem Ausbruch der Viruserkrankung in der Demokratischen Republik Kongo tätig, der als erste registrierte Ebola-Krankheitswelle gilt. „Die Lektionen, die ich in ländlichen Regionen Afrikas gelernt habe, seit ich an der Erforschung des ersten offiziell registrierten Ausbruchs mitgearbeitet habe, gelten noch immer. Patienten mit Fieber und kurz zurückliegenden Kontakten mit Infizierten müssen möglichst schnell diagnostiziert, Erkrankte möglichst sofort in Isolierstationen betreut werden“, schrieb der Experte.

„Der gegenwärtige Ausbrauch braucht genau das und noch mehr“, meinte Heymann. So lief die Arbeit in damaligen Zaire im Jahr 1976 im Umfeld des Yambuku-Missionsspitals ab: „Wir stellten damals alle Kontakte zwischen Personen fest und versuchten, den ersten Infektionszeitpunkt und den ersten Patienten zu eruieren. Wir nahmen an, dass sich dieser möglicherweise durch Blut von Bushmeat angesteckt hätte. Unsere Schlussfolgerung war, dass sich dieser Indexpatient in der Klinik wegen Nasenblutens und Durchfalls behandeln hatte lassen.“

Damals wurden in dem Spital die Injektionsspritzen und Nadeln noch wiederverwendet, es gab auch einen Tausch zwischen den verschiedenen Abteilungen. Über Injektionen steckten sich Schwangere an, das Gesundheitspersonal durch Kontakt mit Blut und Körperflüssigkeiten. Der Experte berichtete: „Das Virus infizierte von diesem Index-Patienten ausgehend 318 Menschen bei 280 Todesfällen.“

Ein tragisches Detail, so der britische Experte: Der Ebola-Ausbruch im Jahr 1976 hörte plötzlich auf. Der Grund dafür lag offenbar in dem Faktum, dass die Beschäftigen des Missionsspitals aus Angst davonliefen und die Klinik als „Hotspot“ für Ebola geschlossen werden musste.