„Project Spark“: Ein Tummelplatz für Kreative
Wer immer schon einmal selbst ein Videospiel machen wollte, wird an „Project Spark“ nicht vorbeikommen. Das Gratis-Spiel bietet die wohl größten und dabei einfachsten Möglichkeiten, die Amateur-Entwicklern jemals zur Verfügung standen. Und schafft es dabei, sogar Spaß zu machen.
Von Lukas Schwitzer
Innsbruck – Selbst etwas zu erschaffen, ist etwas ganz Besonderes. Sei es Essen, Kleidung oder Möbel: Zur eigenen Kreation hat der Erschaffer immer ein spezielles Verhältnis. Und es gibt wohl kaum bessere Komplimente als den Erfolg einer eigenen Schöpfung. Auch bei Spielen ist dies nicht anders. Nur sind für die Entwicklung eines eigenen Spiels sehr spezifische Fähigkeiten notwendig, über die die wenigsten Spieler selbst verfügen. Titel wie „LittleBigPlanet“ feierten daher mit der Option, auch eigene Abenteuer zu gestalten, große Erfolge.
Kreativität braucht Zeit
Auf die Spitze treibt dies nun „Project Spark“. Das Gratis-Spiel aus dem Hause Microsoft lässt kreative Spieler eigene Welten erschaffen und andere Spieler diese Welten erkunden. Sei es ein Plattformer, ein Shooter, ein Rollen- oder ein Puzzle-Spiel: Möglich ist fast alles. Solange man sich lange genug mit den verfügbaren Tools beschäftigt. Denn auch wenn „Project Spark“ das bisher wohl benutzerfreundlichste Entwicklungs-Kit mitliefert, braucht es doch etwas Einarbeitungszeit, um herauszufinden, was möglich ist.
Einen Anhaltspunkt gibt hierfür die mitgelieferte Einzelspieler-Kampagne namens Champions Quest. Ein Gaming-Meilenstein ist diese beileibe nicht, verschafft aber Einblick in das zugrunde liegende System. Da sich der Titel auch seit längerem in einer offenen Beta befindet, ist bereits einiges an Community-Content verfügbar, der ausprobiert werden will. Darunter verbergen sich durchaus auch einige Perlen.
Selbst kreativ zu werden, wird durch ein interaktives Tutorial erleichtert. Dieses erklärt in der Tiefe der Menüs, welche Auswirkungen die Einstellungen haben und warum diese wichtig sind. Dann kann es auch schon losgehen. Die ersten Kreationen dürften zwar einiges zu wünschen übrig lassen, der eigene Fortschritt ist aber nach etwas Zeit deutlich sichtbar. Besonderen Spaß macht es, gemeinsam mit Freunden an einem eigenen Spiel zu arbeiten. Dabei können etwa auch Aufgabenbereiche aufgeteilt werden, wenn sich einer der Hobby-Entwickler etwa eher zum Designer berufen fühlt. Die Elemente, die im eigenen Titel verwendet werden können, sind allesamt gratis und bieten viele Möglichkeiten. Durch den Starter Pack für 40 Euro und diverse DLCs (herunterladbare Inhalte, Anm.) kann das Angebot noch deutlich aufgefettet werden. Unbedingt notwendig sind diese aber nicht.
Fazit
Spieler, die gerne selbst Entwickler wären, werden sich in „Project Spark“ wohl fühlen. Die Möglichkeiten sind enorm, aber trotzdem verständlich und gut umsetzbar. Trotzdem ist einiges an Zeitaufwand notwendig, um wirklich gut zu werden. Aber auch das reine Spielen des Community Content hat seinen Reiz. Zu sehen, was andere Spieler mit den angebotenen Tools erschaffen, motiviert auch ungemein. Und durch die stets neuen Inhalte dürfte „Project Spark“ auch in Zukunft immer wieder einen Blick wert sein.
Unsere Bewertung: 8/10
Entwickler: Team Dakota/SkyBox Labs
Publisher: Microsoft Studios
„Project Spark“ ist für Windows (8) und Xbox One erhältlich. Eine Veröffentlichung für die Xbox 360 soll folgen.
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