Ebola - USA verschärften Regeln für Umgang mit Ebola-Patienten
Atlanta/Berlin/Paris (APA/AFP/dpa) - Die Seuchenkontrollbehörde CDC hat für US-Klinikpersonal strengere Richtlinien im Umgang mit Ebola-Pati...
Atlanta/Berlin/Paris (APA/AFP/dpa) - Die Seuchenkontrollbehörde CDC hat für US-Klinikpersonal strengere Richtlinien im Umgang mit Ebola-Patienten erlassen. Pflegekräfte und Ärzte müssten den richtigen Umgang mit der Schutzkleidung vor jedem Kontakt mit Erkrankten nachweislich perfekt beherrschen, erklärte Behördenchef Tom Frieden am Montag (Ortszeit). Französische Forscher haben am Dienstag einen Ebola-Schnelltest vorgestellt.
In einer Klinik in Dallas hatten sich zwei Krankenschwestern infiziert. Laut der CDC muss die Schutzkleidung von Klinikangestellten, die Ebola-Patienten in den USA pflegen, den Körper vollständig bedecken. Zur Ausrüstung gehörten auch ein kompletter Gesichts- und Atemschutz, Handschuhe, ein wasserabweisender Kittel oder Ganzkörperanzug sowie eine Kopfhaube, die nach jeder Benutzung erneuert werden müsse. Das Ablegen der Schutzkleidung soll der Behörde zufolge stets streng überwacht und letztlich zum „Ritual“ werden, da so das größte Ansteckungsrisiko ausgeschlossen werden könne.
Laut Behördenchef Frieden folgt die CDC (Centers for Disease Control and Prevention) mit ihren Vorgaben im Wesentlichen den Richtlinien der Organisation Ärzte ohne Grenzen, die in Westafrika im Einsatz ist. Sie erwäge zudem, neben den Kliniken in den USA, die bereits mit dem nötigen Material zur Behandlung von Ebola-Patienten ausgestattet sind, zusätzliche Expertenzentren einzurichten.
Die Ebola-Epidemie in Westafrika, der bisher mehr als 4.500 Menschen in Liberia, Guinea und Sierra Leone zum Opfer gefallen sind, hält Frieden noch längst nicht für ausgestanden. Die Ausbreitung der Seuche „verschärft sich eher noch, als dass sie sich abschwächen würde“, sagte der CDC-Chef.
Hilfe im Kampf gegen die Epidemie soll ein am Dienstag in Paris vorgestellter Schnelltest bieten. Das Instrument von der Größe eines Schwangerschafts-Teststäbchens erlaube bei Patienten mit Krankheitssymptomen eine Diagnose „in weniger als 15 Minuten“, erklärte das französische Kommissariat für Atomenergie und Erneuerbare Energien (CEA), das auch medizinische Forschung betreibt. Der Test könne ohne aufwendige Vorbereitung in den betroffenen Gebieten selbst eingesetzt werden, dafür reiche ein Tropfen Blut oder Urin des mutmaßlichen Patienten. Der Test wurde laut CEA bereits von einem Hochsicherheitslabor im ostfranzösischen Lyon als wirksam bei jenem Ebola-Stamm anerkannt, der in Westafrika grassiert. Ein Prototyp werde Ende Oktober für Tests in der Ebola-Krisenregion vorliegen, das Gerät könne bald in Serie hergestellt werden.
Österreich wird sich laut Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) an internationalen Hilfsmaßnahmen gegen Ebola beteiligen. Als Beispiele nannte Faymann am Dienstag nach dem Ministerrat Ankauf und Ausstattung eines Flugzeuges sowie die Suche nach medizinischem Personal gemeinsam mit dem Roten Kreuz. Es sei wichtig, eine Lösung vor Ort zu unterstützen, so der Bundeskanzler. Im Ministerrat hatte Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) über die Situation in Österreich und nach einem informellen EU-Gesundheitsministertreffen am vergangenen Donnerstag in Brüssel berichtet. Ein Aufruf an medizinisches Personal, sich für Hilfseinsätze zu melden, wird vorbereitet. Die Umsetzbarkeit eines Planes für die Bereitstellung eines Labors oder eines Containerspitals für ein westafrikanisches Land wird geprüft.
Im Kampf gegen Ebola wird nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in nächster Zukunft auch in Deutschland ein Kandidatimpfstoff getestet. Dabei handelt es sich um Teile der Charge von 800 Ampullen, die Kanada zur Verfügung gestellt hat, wie die stellvertretende WHO-Generaldirektorin Marie Paule Kieny am Dienstag in Genf auf einer Pressekonferenz sagte. Die Tests erfolgen an gesunden Probanden. Eine andere experimentelle Vakzine des britischen Pharmakonzerns GlaxoSmithKline befindet sich bereits im Test.
Am Prager Vaclav-Havel-Flughafen wurde am Dienstag mit rigorosen Kontrollen begonnen. Ankommende sind angehalten, eine sogenannte Ankunftskarte (Patient Locator Card) auszufüllen. Darin sind Angaben über Person, Hotelunterkunft sowie eventuell zurückliegende Reisen nach Westafrika zu machen. Passagiere, die sich in den vorangegangenen 42 Tagen in Liberia, Guinea oder Sierra Leone aufgehalten haben, erwarten eine Fiebermessung und ein Arztgespräch. Bei Nichtausfüllen der Karte droht eine Verwaltungsstrafe von bis zu 360 Euro.
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