Bosnien: Dodiks Partei SNSD bemüht sich um Koalition mit SDA und HDZ

Sarajevo/Banja Luka (APA) - Die Partei von Milorad Dodik, der bosnisch-serbische Bund der Unabhängigen Sozialdemokraten (SNSD), die führende...

Sarajevo/Banja Luka (APA) - Die Partei von Milorad Dodik, der bosnisch-serbische Bund der Unabhängigen Sozialdemokraten (SNSD), die führende Partei im kleineren bosnischen Landesteil, bemüht sich um die Bildung einer neuen nationalen Regierung mit den zwei führenden Parteien im größeren Landesteil SDA und HDZ BiH. Die Endergebnisse der am 12. Oktober abgehaltenen Wahlen in Bosnien-Herzegowina stehen allerdings noch aus.

Bisher steht fest, dass sich die drei Parteien die meisten Stimmen unter den drei Staatsvölkern - Serben, Bosniaken (Muslime) und Kroaten - gesichert haben. Die drei Parteien wären den vorliegenden Wahlergebnissen zufolge zahlenmäßig auch in der Lage, die neue bosnische Regierung zu bilden, erläuterte der SNSD-Spitzenfunktionär Igor Radojicic am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Banja Luka. Das Amt des neuen bosnischen Ministerpräsidenten soll entsprechend dem ethnischen Prinzip demnach einem Bosniaken (Muslime) zufallen. Die bisherige Regierung wurde vom bosnischen Kroaten Vjekoslav Bevanda geleitet.

Die SDA und HDZ BiH haben auf die SNSD-Aufforderung zu Koalitionsgesprächen vorerst nicht reagiert. Alle drei Parteien gelten als nationalistisch, Dodiks SNSD zudem auch als separatistisch. Die Partei setzt sich für eine Abspaltung des kleineren Landesteils, der Republika Srbska, ein.

Mit einer raschen Regierungsbildung wird nicht gerechnet. Nach den allgemeinen Wahlen im Jahre 2010 hatten die führenden Parteien 17 Monaten gebraucht, um sich auf ein Regierungsbündnis zu einigen. Nach mehreren Umbildungen bestand das Regierungsbündnis zuletzt aus Dodiks SNSD, den multiethnischen Sozialdemokraten (SDP), den kroatische Parteien HDZ und HDZ1990 sowie dem Bund für eine Bessere Zukunft (SBB). Zwei Minister aus den Reihen der SDA verließen wenige Monate nach dem Antritt die Regierung.