Causa Graf: Gertrud Meschar wird nun als Beschuldigte geführt
Ex-Stiftungsvorstand Michael Witt fühlt sich von der 92-Jährigen verleumdet.
Wien – Die Staatsanwaltschaft Wien lehnt den Fortführungsantrag von Gertrud Meschar in der Stiftungs-Causa ab. Die Entscheidung liegt nun beim Landesgericht Wien. Meschar selbst wird in der Causa mittlerweile übrigens als Beschuldigte geführt, weil sich ihr früherer Stiftungsvorstand Michael Witt durch sie verleumdet fühlt.
Meschar hatte dem früheren Dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf (FPÖ) und zwei weiteren früheren Stiftungsvorständen vorgeworfen, ihr in ihrer Stiftung geparktes Vermögen schlecht veranlagt zu haben. Graf wies die Vorwürfe zurück, und auch die Staatsanwaltschaft Wien stellte das im August Verfahren ein. Grund: Weder der für die Untreue nötige Vorsatz noch die für Betrug nötige Täuschung konnte nachgewiesen werden.
Meschar-Anwalt Georg Zanger brachte allerdings im September einen Fortführungsantrag ein. Die Staatsanwaltschaft Wien hat dazu bereits eine negative Stellungnahme abgegeben, bestätigte Sprecherin Nina Bussek der APA. Die Entscheidung darüber liegt nun beim Straflandesgericht Wien. Einen Termin dafür konnte man dort auf APA-Anfrage allerdings nicht nennen.
Wie der Falter am Dienstag vorab berichtete, wird mittlerweile aber Meschar selbst als Beschuldigte geführt. Grund dafür: Der frühere Stiftungsvorstand Michael Witt fühlt sich durch den Fortführungsantrag der 92-Jährigen verleumdet. Wie Witt der APA sagte, werde darin behauptet, Meschar sei bei der Stiftungsgründung nicht in seiner Kanzlei zugegen gewesen. Damit stehe der Verdacht der Urkundenfälschung im Raum, und „das geht mir zu weit“, sagte Witt. Er habe die Staatsanwaltschaft daher gebeten, die Aussagen in Richtung Verleumdung und falscher Zeugenaussage zu überprüfen.
Meschars Anwalt war für eine Stellungnahme vorerst nicht erreichbar. (APA)
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