Sturm „Gonzalo“

Straßensperren, Stromausfälle und abgedeckte Dächer in Tirol

In Strass wurde ein auf einem Parkplatz abgestellter Lkw vom Sturm umgeweht. Der Lenker, ein 53-jähriger Pole, schlief im Fahrzeug, als es umstürzte. Er blieb unverletzt.
© ZOOM-TIROL

In der Nacht auf Mittwoch hatten die Einsatzkräfte in Tirol alle Hände voll zu tun: Der von Westen herangezogene Sturm „Gonzalo“ riss Bäume um, Dächer wurden abgedeckt. Betroffen war vor allem das Unterland. Die Inntalautobahn musste zwischen Wörgl und Wattens vorübergehend gesperrt werden.

Innsbruck – Donnernder Abschied vom Altweibersommer: Am späten Dienstagabend erreichte der angekündigte Sturm Tirol. Über so manchem Ort begann der Wettersturz mit einem kräftigen Gewitter. Sturmböen mit bis zu 140 km/h fegten von Westen her über das Land hinweg und brachten heftige Regenschauer und Schnee bis in die Täler mit. Bäume stürzten um, es kam laut Polizei zu Felsstürzen und Stromausfällen im ganzen Land. Insgesamt 146 Einsätze zwischen 22.00 Uhr und 0.30 Uhr verzeichneten die Feuerwehren, hieß es seitens der Leitstelle Tirol.

Im Unterland kam es ab Mitternacht zu flächendeckenden Stromausfällen. „Wir haben von der Höhe Zillertal-Achental ostwärts mit der Ausnahme des Bezirks Kitzbühel so ziemlich weitgehend überall schwere Störungen gehabt. Es waren bis zu 30.000 Haushalte betroffen. Wir sind mit allen verfügbaren Kräften ausgerückt, um die Störungen so schnell wie möglich zu beheben“, sagte Klaus Schüller von Tinetz im Interview mit Life Radio Tirol am Morgen. Bis 2 Uhr morgens floss in den meisten Orten auch wieder der Strom.

Straßensperren und Behinderungen

Umgestürzte Bäume auf der Oberleitung sorgten am Mittwochmorgen für Ausfälle bei der Stubaitalbahn, die nur noch bis Kreith fahren konnte. Von Fulpmes über Telfes nach Innsbruck wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet.

Wer mit dem Zug in Richtung Deutschland unterwegs ist, musste mit Verspätungen rechnen: Wegen umgestürzter Bäume waren zwischen Garmisch-Partenkirchen und Mittenwald keine Fahrten möglich. Ein Schienenersatzverkehr mit Autobussen ist eingerichtet.

Die Inntalautobahn (A12) musste zwischen Wattens und Wörgl von 22.30 Uhr bis Mitternacht gesperrt werden, nachdem umgestürzte Bäume die Fahrbahnen teilweise blockiert hatten. Auch die Anschlussstelle Innsbruck-Kranebitten war zeitweise gesperrt: Der Sturm hatte an der Kreisverkehr-Baustelle Schilder und Absperrungen umgerissen.

Links

Tinetz: http://bit.ly/1uDahOK

ÖAMTC-Verkehrsinfos: http://bit.ly/10jLxnp

ZAMG-Warnung Tirol: http://bit.ly/ZMpPYd

ZAMG-Warnung Österreich: http://bit.ly/1FvWNgn

Die Brandenbergstraße war zwischen Brandenberg und Kramsach wegen eines Hangrutsches gesperrt. Eine Umleitung über Aschau wurde eingerichtet. Das Hahntennjoch ist bis auf Weiteres gesperrt. Über den Arlbergpass besteht Kettenpflicht. Wegen Schneeglätte sind die Silvretta Straße (L188) zwischen der Mautstelle Partenen und der Grenze zu Vorarlberg, die Paznauntal Straße (B188) zwischen Galtür und der Mautstelle Galtür und der Pass Timmelsjoch jeweils in beide Fahrtrichtungen gesperrt.

In Schwoich wurde das Dach einer Wohnanlage vom Sturm teilweise abgedeckt und musste von der Feuerwehr mit einer Notabdichtung versehen werden.
© Feuerwehr Schwoich

Dächer wurden abgedeckt, Lkw umgeweht

In Sautens riss der Sturm einen Ast auf eine Stromleitung. Die Freiwillige Feuerwehr und die Tiwag mussten diesen entfernen. In Silz stürzte kurz vor 23 Uhr ein Baum auf ein Hausdach. Dabei wurde auch eine Niederspannungsfreileitung beschädigt. Die Feuerwehr rückte aus, verletzt wurde niemand. In Schwoich und Jenbach wurden Hausdächer abgedeckt. Meldungen über Verletzte lagen der Polizei nicht vor. In Strass wurde ein auf einem Parkplatz abgestellter Lkw vom Sturm umgeweht. Der Lenker, ein 53-jähriger Pole, schlief im Fahrzeug, als es umstürzte. Der Mann blieb unverletzt.

In Jenbach wurde ein Blechdach abgedeckt.
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Die Freiwilligen Feuerwehren mussten in der Nacht auf den 22. Oktober wegen der Sturmschäden häufig ausrücken.
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In Osttirol hielten sich die Unwetterschäden in Grenzen. Laut Bezirkshauptfrau Olga Reiner gab es nur kurzfristige Stromausfälle in Lienz und Tristach, die rasch behoben wurden. „Die Waldaufseher und die Gemeinden sind sensibilisiert.“ Es gab keinen Polizei- oder Feuerwehreinsatz. (smo, tt.com, APA)