Münchner Gärtnerplatztheater eröffnete Saison mit „Peter Grimes“

München (APA/dpa) - Das Münchner Gärtnerplatztheater ist mit einer umjubelten Neuinszenierung von Benjamin Brittens Erfolgsoper „Peter Grime...

München (APA/dpa) - Das Münchner Gärtnerplatztheater ist mit einer umjubelten Neuinszenierung von Benjamin Brittens Erfolgsoper „Peter Grimes“ in die neue Saison gestartet. Weil Münchens zweites Opernhaus derzeit renoviert wird, fand die gut dreistündige Premiere am Dienstagabend im ausverkauften Prinzregententheater statt. Das 1945 uraufgeführte Werk ist eine der populärsten Kompositionen des britischen Komponisten.

Der ungarische Regisseur Balazs Kovalik hatte das Drama um den Fischer Peter Grimes, der fälschlicherweise des Mordes an zwei Lehrjungen verdächtigt und schließlich in den Selbstmord getrieben wird, in die Jetztzeit verlegt. Seine textnahe Deutung des Stoffes um das Schicksal eines Outlaws in einer feindseligen Dorfgemeinschaft wurde mit viel buhfreiem Applaus bedacht.

Ovationen gab es für den Tenor Gerhard Siegel in der Titelrolle, die Sopranistin Edith Haller als Ellen Orford, den Bariton Ashley Holland als Captain Balstrode sowie den viel beschäftigten Chor und das inspiriert aufspielende Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz unter Leitung von Marco Comin.

Zentrale Elemente auf der Bühne waren zwei schwenkbare, rechts und links am Bühnenrand postierte Gangways. Mit langen Bahnen durchsichtiger Plastikfolie symbolisierte Bühnenbildner Csaba Antal die vorherrschenden Naturelemente von Brittens Seestück: Meer und Wind. Die Folie diente aber auch dazu, Grimes einzuhüllen und metaphorisch von der Außenwelt abzuschließen. Ein blauer Stahlcontainer, wie er für Warentransporte benutzt wird, diente mal als Kirche, mal als Kneipe und Bordell.