Volleyball

Tirol feiert Volleyball-Feiertag mit einem Doppelschlag

Der Volleyballsport begeht heute in der USI-Halle einen Feiertag: Zuerst (17.30 Uhr) kämpfen die TI und VC Tirol um die Tiroler Damen-Vormacht, danach (20.15 Uhr) fordert Hypo Dauer-Konkurrent Aich/Dob.

Hypos erstes Kräftemessen mit Aich/Dob

Von Tobias Waidhofer

Innsbruck – Dass sich Hypo-Big-Boss Hannes Kronthaler nicht unbedingt durch Zurückhaltung auszeichnet, weiß jeder, der schon einmal mit dem Volleyball-Zampano zu tun hatte. Gewohnt fordernd formulierte der 47-Jährige auch seine Erwartungen für das heutige Treffen mit Dauer-Konkurrent und Vize-Meister Aich/Dob: „Es schadet nicht, wenn man ihnen gleich im ersten Spiel zeigt, wer der Meister ist.“

Das erste Saison-Aufeinandertreffen ist die x-te Neuauflage einer sportlichen Dauer-Fehde. Seit der Saison 2010/11 hieß das AVL-Finale immer Hypo Tirol gegen Aich/Dob. Während die Tiroler dreimal (zuletzt in der vergangenen Saison) triumphierten, durften die Kärntner nur einmal (2012/13) den Meisterpokal in die Höhe stemmen.

Ihr Licht wollen die Bleiburger deshalb aber nicht unter den Scheffel stellen. „Wir wollen Meister werden“, stellte Manager Martin Micheu im Rahmen der Saisoneröffnungspressekonferenz klar.

Hypo-Headcoach Stefan Chrtiansky zeigt jedenfalls Respekt vor dem Vize-Meister. „Ihr größter Vorteil ist, dass sich im Vergleich zu uns wenig geändert hat. Sie sind eingespielt“, weiß Chrtiansky. Zwar arbeitet mit Bogdan Kotnik ein neuer Trainer bei Aich/Dob, der Slowene kennt sich aber im österreichisch-slowenischen Grenzgebiet bestens aus. Schließlich hatte er Aich/Dob vor zwei Jahren zum einzigen Titel der Vereinsgeschichte geführt.

Nur bei den Diagonalangreifern sieht Hypo-Trainer Stefan Chrtiansky kleine Schwächen: Der Kanadier Stephen Nash und der Spanier Daniel Rocamora hätten die undankbare Aufgabe, Top-Scorer Valdir Sequeira zu ersetzen. „Das ist ein Qualitätsverlust“, glaubt Chrtiansky zu wissen.

Seine eigene Truppe sieht er jedenfalls bestens vorbereitet. „Wir sind gut drauf. Wir müssen dort weitermachen, wo wir gegen Amstetten (3:0, Anm.) aufgehört haben.“ Auch wenn es gegen Aich/Dob heute wohl deutlich schwerer wird.

Kampf um die Tiroler Damen-Vormacht

Von Sabine Hochschwarzer

Innsbruck – Die Statistik spricht für die Turnerschaft Innsbruck. Eindeutig. 25-mal schon durften die TI-Damen im prestigeträchtigen Stadt-Duell die Hände nicht nur zum Blocken nach oben strecken, die VC-Tirol-Frauen lediglich 17-mal. „Zahlen bedeuten im Derby nichts. Das sind Geschichten von gestern“, kontert VC-Tirol-Coach Didi Gassler.

„Es ist immer etwas Besonderes – Saison für Saison“, sagt TI-Manager Michael Falkner. Ein Satz, der sich deshalb immer wieder wiederholen lässt. „Klar sind die Vorzeichen ähnlich. Weil der Ausgang ungewiss ist, bleibt es aber immer spannend – jeder will sich daheim eben von seiner besten Seite zeigen“, weiß Gassler. Die Ergebnisse der vergangenen 15 Jahre belegen es: Von 0:3 bis 3:0, über 1:3 oder 3:1 und 3:2 sowie umgekehrt gab es bei den 42 Bundesliga-Duellen jedes nur mögliche Ergebnis mindestens schon einmal.

Neue Brisanz neben der alten Rivalität könnte nun das Fernsehformat bringen. Beide Teams sammelten zwar schon Erfahrungen: im Europacup (VCT und TI) und Cuphalbfinale vor vier Jahren (TI), ungewohnt sind die vier auf sie gerichteten Kameras in Österreich allemal. „Wir lenken unseren Fokus auf das Spiel und nicht das Drumherum“, versucht VCT-Coach Gassler abzulenken.

TI-Obmann Falkner, der noch bis zur letzten Minute einen Netzsponsor zu lukrieren versuchte, hofft ebenfalls auf konzentrierte Damen: „Die Tatsache, dass es ein Derby ist, überragt die Tatsache, dass es ein Live-Spiel ist.“

Zuschauermagnet dürfte das Stadtduell trotz des Angebots, den Volleyball-Leckerbissen auf der Couch zu genießen, dennoch bleiben. „Wir haben treue Fans und zusammen mit den Herren wird’s sicher eine perfekte Veranstaltung“, versichert Gassler. Selbst mit den für Damen-Spiele unüblichen fünf Euro Eintrittsgeld will man das Publikum nicht abschrecken. „Es gibt einen Stempel für ein kostenloses Getränk“, erklärt Falkner.