Damm soll Hoferbach bändigen
Neuartiges Wildbach-Schutzprojekt wurde in Aurach gestartet.
Von Harald Angerer
Aurach –Ein Wildbach mit viel zerstörerischem Potenzial – so beschreibt der Leiter der Wildbach- und Lawinenverbauung Unteres Inntal Andre Haas den Hoferbach in Aurach. Der Oberlauf sei steil und im Tal ist ein großer Schuttkegel zu erkennen. Nun soll der Bach in Schranken gewiesen werden. Der Bach soll aber nicht kanalisiert werden, sondern soll Überlaufflächen bekommen.
„Der Bach hat genügend Potenzial, um auch die Ache aus dem Bachbett zu drücken“, schildert Haas. Weshalb eine klassische Verbauung nicht zielführend sei. Stattdessen werden im Unterlauf des Baches vier Leitdämme errichtet. Durch diese kann der Bach gebremst werden, die beiden Siedlungen in der Nähe sind aber geschützt. Ein solcher Wildbachschutz wird im Unterland erstmalig angewendet. Die Dämme werden mit Aushubmaterial aus dem Walsenbach in Kitzbühel – dort wird ebenfalls an einem Wildbachprojekt gearbeitet – aufgeschüttet und dann wieder begrünt. Im Oberlauf des Baches werden die aus den 1930er-Jahren stammenden Sperren gegen neun neue getauscht, auch wird der Bach dort etwas aufgeweitet.
„Schon einige meiner Vorgänger haben sich um diese Verbauung bemüht. Es freut mich sehr, dass sie nun endlich zu Stande kommt“, sagt Aurachs Bürgermeister Andreas Koidl. Auch die Art und Weise, wie der Bach nun verbaut wird, freut ihn, „aber ohne die Grundbesitzer wäre ein solches Projekt nicht möglich“, betont Koidl.
Die Baumaßnahmen sind auf ein 150-jähriges Hochwasser ausgelegt. Insgesamt betragen die Baukosten 3,5 Millionen Euro, wobei der Bund sich mit 56 Prozent beteiligt, das Land mit 24 Prozent und die Interessenten wie Gemeinde und Landstraße mit 20 Prozent. Die Fertigstellung soll in vier Jahren erfolgen.
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