Neue Anlage liefert 160.000 Liter Haiminger Apfelsaft
Nach dem Probebetrieb im Vorjahr werden von nun an 250 Tonnen heimische Äpfel zu naturtrübem Saft verpresst und regional vermarktet.
Von Thomas Ploder
Haiming –Die Geschichte des Haiminger Obstlagers wurde mit Beginn der diesjährigen Erntesaison um ein weiteres Kapitel bereichert. Als Vereinigung von 25 Obstbauern zwischen Kematen und Haiming und ihren Partnern aus Osttirol kreierten die Obstproduzenten bereits vor Jahren die Genussregion Haiminger Äpfel, vermarkteten über die Markttage den eigenen Laden im Obstlager und den heimischen Handel. Dieser etablierten sich dank der strategischen Unterstützung des Agrarmarkts Tirol als verlässliche Partner. Allerdings fanden nur erstklassige Früchte den Weg in die Regale, bereits kleinste Mängel führten zum Ausschluss und in die Sekundärvermarktung. Bereits in der Vergangenheit zählten dazu frische Apfelschnitze für die Verarbeitung in Bäckereien und in der Gastronomie sowie zu naturtrübem Apfelsaft, der aus der zwischenzeitlich geschlossenen genossenschaftlichen Pressanlage in Ötztal-Bahnhof gewonnen wurde.
Fast zwangsläufig sahen sich die Haiminger Obstbauern veranlasst, mit Unterstützung des Landes 560.000 Euro in eine neue Pressanlage zu investieren. Aktuell werden rund 250 der jährlich anfallenden 1500 Tonnen Äpfel zu naturtrübem Saft verarbeitet. Dabei werden alle Hygiene- und Qualitätsstandards der Lebensmittelindustrie eingehalten, wenn es sich bei der Anlage in Haiming auch um eine handwerkliche und keine industrielle Produktionsstätte handelt. Auch aus energetischer Sicht gilt die neue Produktionsstätte als Beispiel gebend. So wird beispielsweise die Abwärme der Kühlzellen zum Vorwärmen des Saftes vor der Pasteurisation eingesetzt.
Wie sehr sich die Haiminger Obstbauern auf ihre Erzeugnisse verlassen können, fasst Obmann Hubert Wammes in einfache Worte: „Am Anfang hatten wir Angst vor den Klarglasflaschen, weil der naturtrübe Apfelsaft auch immer wieder grau werden kann“, so Wammes. „Jetzt haben wir sogar einen Vorteil, weil man sprichwörtlich die Sonne und die perfekte Saftqualität auf den ersten Blick sieht.“
Den Beginn der aktuellen Presssaison nutzen die Partner der Haiminger Obstbauern, das Erfolgsprojekt LHStv. Josef Geisler persönlich vorzustellen. Wie die Vertreter des Handels bestätigen, wird der Saft von den Kunden erfreulich stark nachgefragt, die Konsumenten sind auch bereit, einen entsprechenden Preis zu bezahlen. Die aktuell verfügbare Menge stellt allerdings die Untergrenze des vertriebspolitisch Sinnvollen dar, im Sommer kam es bereits zu Engpässen in den Geschäften. Entsprechende Ernteergebnisse vorausgesetzt, können täglich 15 Tonnen Äpfel zu 10.000 Litern Saft gepresst werden, GF Alexandra Harrasser sieht die Versorgung somit als gesichert an.
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