Innsbrucker Filialleiter soll 290.000 Euro veruntreut haben
Bei den vermeintlichen Opfern handelte es sich ausschließlich um ebenso wohlhabende wie betagte Kunden. Der Prozess wurde vertagt.
Innsbruck – Untreue und Urkundenfälschung: Wegen dieser Vorwürfe mussten zwei ehemalige Mitarbeiter einer Innsbrucker Bankfiliale am Dienstag auf der Anklagebank Platz nehmen. Der Staatsanwalt warf dem mittlerweile fristlos entlassenen Filialleiter vor, 290.000 Euro von Kunden-Sparbüchern auf seine eigenen umgeleitet zu haben. Der Zweitangeklagte, der pensionierte Hauptkassier derselben Filiale, soll auf ähnliche Weise 220.000 Euro veruntreut haben. „Nicht schuldig“, erklärten beide Angeklagten zu Beginn des Strafprozesses.
Bei den vermeintlichen Opfern handelte es sich ausschließlich um ebenso wohlhabende wie betagte Kunden. Aufgeflogen sind die angeblichen Malversationen im März 2013. Die Nichte eines alten Ehepaares wollte Einblick in die Konten der Verwandten nehmen. Die Frau legte eine Vollmacht vor. Dennoch weigerte sich der Filialleiter. Im Gegenzug ließ er die Pensionisten einen Widerruf der Bankvollmacht für die Nichte unterschreiben.
Die Frau beschwerte sich bei der Bankführung. Die interne Revision durchleuchtete den Mitarbeiter und fand in dessen Tresor mehrere (vielfach anonyme) Sparbücher. Der Verdacht: Die Einlagen stammen von den Konten betagter Kunden.
Der Prozess wurde vertagt. Für beide Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung. (tom)