Generali mit Marktanteilsgewinnen und Ergebnisplus

Wien (APA) - Generali Österreich rechnet für heuer mit Marktanteilsgewinnen und über dem Vorjahr liegenden Ergebnissen. Mit über fünf Prozen...

Wien (APA) - Generali Österreich rechnet für heuer mit Marktanteilsgewinnen und über dem Vorjahr liegenden Ergebnissen. Mit über fünf Prozent Prämienplus im Halbjahr wuchs man stärker als die Gesamtbranche, auch in der Sparte Leben gegen laufende Prämie - hier beträgt die Gesamtverzinsung noch 3,4 Prozent. Die Einmalerläge sind wieder angesprungen und haben sich verdoppelt, nur die Zukunftsvorsorge stottert.

Im Halbjahr habe man mit 5,4 Prozent Einnahmenanstieg den Markt deutlich outperformed und dadurch wohl Anteile dazugewonnen, sagte Vorstandschef Peter Thirring vor Journalisten. Der Umsatz in allen Sparten, auch Schaden/Unfall und der privaten Krankenversicherung, sei ebenso zufriedenstellend wie die Ergebnissituation, die man gegenüber 2013 voraussichtlich etwas verbessern könne.

Die Lebensversicherung sei bei der Generali vor allem von den besser laufenden Einmalerlägen geprägt, so Thirring. Diese hätten sich durch die Verkürzung der Mindestlaufzeit für über 50-Jährige von 15 auf 10 Jahre im Vergleich zum Vorjahr annähernd verdoppelt, wobei sich neben der Generali Versicherung auch die BAWAG P.S.K. Versicherung stark bemerkbar gemacht habe.

Noch immer eine gewisse Zurückhaltung registriert die Generali freilich bei der prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge - obwohl dies für Thirring nach der „Reparatur“ dieses Produkts durch den Gesetzgeber eigentlich unverständlich sei. Man sei aber zuversichtlich, dass sich dies wieder bessert.

Für Lebenspolizzen gegen laufende Prämie zahlt die Generali heuer bis Jahresende noch 3,4 Prozent p.a. Gesamtverzinsung. Für Neuverträge ab Jänner wird noch heuer eine neue Festlegung getroffen. Zudem sind 2015 laut FMA-Vorgabe nur noch maximal 1,5 statt bisher 1,75 Prozent Garantiezins zulässig.

Den Garantiezins kann auch die Generali „noch auf Jahre und Jahrzehnte“ über den umfangreichen Deckungsstock finanzieren, doch sei das niedrige Zinsniveau nicht optimal, sondern stelle schon vor große Probleme in der Veranlagung: „Man kann nur hoffen, dass das nicht dauerhaft so bleibt.“

Das neue Pensionskonto - bzw. der Blick der Menschen in die überschaubaren Ansprüche dort - hat sich als „Treiber“ für eine verstärkte Nachfrage nach Vorsorgeprodukten erwiesen, sagte Thirring. „Wir haben deshalb mehr Anfragen und auch mehr Abschlüsse“, pflichtete Vertriebsvorstand Arno Schuchter dem bei: „Wir sind sehr froh, dass diese Pensionskonto-Transparenz geschaffen wurde.“ Nicht nur die klassische Lebensversicherung läuft - mit einem kleinen Plus - besser, sondern auch Hybridprodukte aus „klassischer“ und Fondspolizzen.

Gemeinsam mit dem Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) will Generali Strategien zur Verminderung der Zahl tödlicher Motorradunfälle entwickeln, kündigte Schaden/Unfall-Vorstand Walter Kupec an. Bei den Autounfällen ist ja über die Jahre eine deutliche Reduktion erreicht worden: 1970 gab es bei einem Fahrzeugbestand von 2,2 Mio. Kfz noch 2.507 Verkehrstote in Österreich, im Jahr 2012 trotz bereits 6,3 Mio. Kfz nur noch 531.

Mit ihrer kürzlichen gestarteten Personal-Recruiting-Offensive sucht Generali mehr als 200 neue Mitarbeiter für den Vertrieb, bisher liegen 500 Bewerbungen vor, man rechnet letztlich mit knapp 1.000. Letztlich seien Abgänger aus fast allen anderen Berufen immer wieder gut geeignet als Versicherungskundenberater, sagte Schuchter, „auch bisherige Tischler, Bäcker oder Köche“. Neben dem Außendienst will man auch in den Innendienst investieren - Thirring: „Wir bauen Personal zu, auch wenn die Tendenz allgemein meist eine andere ist“ - und auch in eine Ausbildungsoffensive für alle 5.000 Mitarbeiter.

Zu den aktuellen Stürmen, die vergangene Nacht orkanartig über weite Teile Österreichs gefegt sind, hofft Generali auf eine möglichst geringe Schadenbelastung. Mit einem einstelligen Millionen-Betrag rechne man jedenfalls, sagte Thirring noch vor Beginn der Unwetter; sollte die orkanartigen Stürme Geschwindigkeiten von 130 oder 140 km/h erreichen, könnte auch mit zweistelligen Millionen-Schäden zu rechnen sein, so der Vorstandschef.

~ WEB http://www.generali.at ~ APA177 2014-10-22/11:00