Klausner übernimmt zum Teil Verantwortung für Wacker-Absturz
Die sportliche Misere des FC Wacker spiegelt sich in der Kommunikation wider: Zur Halbzeit des letzten Spiels erfuhr Trainer Michael Streiter Rückendeckung, jetzt beerbt ihn bis Winter Sportdirektor Florian Klausner.
Von Florian Madl
Innsbruck – Sportdirektor Florian Klausner (33) übernahm gestern das Traineramt von Michael Streiter (48), aber nur zum Teil die Verantwortung für den sportlichen Absturz des FC Wacker. „Logischerweise bin ich auch verantwortlich.“ Die Letztverantwortung habe am Platz aber Streiter gehabt.
Erst Rückenstärkung, dann Rauswurf – dass die Kommunikation Florian Klausners unmittelbar vor dem Rauswurf befremdlich gewesen sei, glaubt Wacker-Präsident Josef Gunsch (40) jedenfalls nicht: „Das Ganze wuchs auf dem Mist des Vorstands. Es war immer unsere Philosophie: Ich stelle keine Ruten ins Fenster, solange nicht entschieden ist, es gibt kein Halb-Halb.“ Eine Telefonkonferenz bis ein Uhr morgens habe nach der Hartberg-Niederlage den Ausschlag gegeben.
Von einem „Upgrading“ seiner Position könne man laut Interimstrainer und Sportdirektor Florian Klausner nicht sprechen: „Das ist eine Doppelfunktion, die ich annehme, weil ich Verantwortung trage.“ Die trägt er bis zur Winterpause (5 Spiele).
Der 33-Jährige kennt eine Situation wie diese: Im vergangenen Jahr hatte der Unterländer Roland Kirchler in seinem Amt bestätigt, um zwei Tage später selbst dessen Trainerposten zu besetzen. Alleinverantwortlicher Trainer war Klausner noch nie für längere Zeit. Und er sieht sich auch weiterhin als Sportdirektor: „Das Hauptaugenmerk gilt jetzt der Trainersuche.“ Ein Anforderungsprofil dafür gebe es kein konkretes, Klausner nannte das gestern „weltoffen“. Präsident Josef Gunsch wünscht sich einen, „der gut mit Jungen arbeiten kann und Erfahrung hat“. Der Wiener Peter Pacult gilt als heißer Kandidat, Gunsch will das nicht kommentieren: Er habe dem 54-Jährigen lediglich einmal die Hand geschüttelt.
Für die Streiter-Nachfolge müssen jedenfalls noch die finanziellen Weichen gestellt werden. Denn obwohl die Beurlaubung des Volderers einvernehmlich erfolgte, so steht der 48-Jährige doch noch sechs Monate auf der Wacker-Gehaltsliste (ca. 50.000 Euro). Für Situationen wie diese sei laut Präsident Gunsch vorgesorgt, auch wenn sich die Zuschauerzahlen der vergangenen Spiele nicht mit den im Saisonbudget veranschlagten decken. Das Vereinsoberhaupt lapidar: „Das gilt auch für die Punkteprämie.“
Seinen Verein sieht der Milser jedenfalls wieder in ruhigem Fahrwasser: „Dieser Schritt war notwendig, jetzt hoffen wir auf eine Aufwärtstendenz.“ Um den Klassenerhalt gehe es jedenfalls nicht, vielmehr um einen „Platz in der Mitte. Unser Kader ist dafür stark genug.“
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