China - Politische Delegationen öffnen den Markt

Wien (APA) - Derzeit reisen Vizekanzler und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner, Außenminister Sebastian Kurz und Landwirtschaftsminis...

Wien (APA) - Derzeit reisen Vizekanzler und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner, Außenminister Sebastian Kurz und Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (alle ÖVP) mit der „größten Wirtschaftsdelegation die es aus Österreich je gab“ nach China. Politisch geführte Delegationen sind „enorm wichtig, um Präsenz zu zeigen“, sagte Oskar Andesner, langjähriger Wirtschaftsdelegierter in China, am Mittwoch.

Auch wenn angesichts eines kurzfristig anberaumten Parteitags manche Gesprächspartner ausfallen sollten, sei die Symbolik wichtig. Sehr erfreulich für Österreich sei ein Treffen mit dem Vize-Premier Chinas.

Ein gutes Beispiel für die Bedeutung von Ministerbesuchen sei die Zulassung österreichischer Schweinefleischexporte nach China. Darüber sei seit 23 Jahren verhandelt worden, auf technischer Ebene sei die Entscheidung immer nur hin und her geschoben worden. Nachdem aber Landwirtschaftsminister Rupprechter beschlossen hatte mitzufahren, sei der Durchbruch erfolgt, sagte Andesner. China ist der größte Schweinefleischimporteur der Welt, Österreich könnte dadurch mittelfristig die Verluste bei den Exporten nach Russland wettmachen. Ab 2015 sollten Exporte tatsächlich möglich sein.

Insgesamt dränge China auf ein Freihandelsabkommen wie mit den USA (TTIP). Europa vertröste China derzeit unter Verweis auf Kapazitätsengpässe. Auf Dauer werde sich Europa diesem Druck aber nicht entziehen können. Auch wolle China endlich als funktionierende Marktwirtschaft anerkannt werden - und damit die Anti-Dumping-Verfahren loswerden. 2016 kommt das ohnehin, erinnert Andesner, weil China dann seit 15 Jahren WTO-Mitglied sein wird.