US-Banken im Aufwind: Goldman und Co. verdienen Milliarden
New York (APA/dpa) - Geldwäsche, Insider-Geschäfte, Zinsmanipulationen, dubiose Deals, Preisabsprachen bei Gold- und Silber - Großbanken war...
New York (APA/dpa) - Geldwäsche, Insider-Geschäfte, Zinsmanipulationen, dubiose Deals, Preisabsprachen bei Gold- und Silber - Großbanken waren in den letzten Jahren in etliche Skandale verwickelt. Die Finanzaufseher verschärften die Regeln und verhängten hohe Geldstrafen, doch an der Wall Street werden weiter Gewinne gemacht: Die US-Finanzriesen Goldman Sachs, JPMorgan und Co. verdienten im 3. Quartal Milliarden.
Noch im Sommer schien es, als befinde sich die Branche in einer existenziellen Krise. „Ist das Investmentbanking tot?“, fragte das US-Magazin „Forbes“. Der Regulierungsdruck bedrohe das Geschäftsmodell, warnte die Beratungsfirma Boston Consulting Group.
Nachdem die Wall Street die Weltwirtschaft 2008 an den Rand des Kollaps gebracht hatte, zogen die Aufsichtsbehörden die Zügel an: Kapitalvorschriften wurden erhöht, Zockerei auf eigene Rechnung beschränkt, Grenzen zwischen Handelsabteilungen einerseits und klassischem Kredit- und Einlagengeschäft andererseits eingezogen.
Die Branche, die eben noch die schwerste Weltfinanzkrise seit der großen Depression ausgelöst hatte, wähnte sich plötzlich in der Opferrolle. „Überregulierung“ wurde zum Alarmbegriff und die Sorge, in der neuen „unfreien“ Finanzwelt keine üppigen Gewinne mehr erzielen zu können, zum ständigen Begleiter auf Branchentreffen.
Im Sommer brach in der Szene eine regelrechte Sinnkrise aus. Das Versprechen der führenden Notenbanken, die Leitzinsen im Kampf gegen die schwächelnde Konjunktur auf absehbare Zeit nicht zu erhöhen, hatte die Finanzmärkte eingelullt und in eine Art Trance versetzt. In den Handelssälen, wo sonst in Sekundenschnelle Milliardenbeträge hin- und hergeschoben werden, war wenig zu tun.
„Was unser Geschäft treibt, sind Kursschwankungen“, klagte Gary Cohn, der Präsident von Goldman Sachs, auf einer Konferenz in New York Ende Mai. „Wenn sich die Märkte nicht bewegen, müssen unsere Kunden nicht handeln.“ Wegen dem geringen Handelsvolumen lief das unter dem Kürzel „FICC“ geführte und für die Investmentbanken sehr lukrative Geschäft mit Anleihen, Devisen und Rohstoffen lange Zeit schleppend.
Erst das Aufflammen geopolitischer Krisenherde im Nahen Osten oder der Ukraine und die Ungewissheit über die künftige Geldpolitik wegen unterschiedlicher Konjunkturtrends in der Eurozone und den USA sorgten wieder für Belebung an den Märkten. Von erhöhter Nervosität profitieren die Investmentbanken - ihre Kunden schichten ihre Mittel um, wenn die Kurse schwanken und die Zinsentwicklung ungewiss ist.
So ist es kein Wunder, dass das fulminante Comeback ins dritte Quartal fiel, in dem der als „Angstbarometer“ geltende VIX-Volatilitätsindex erstmals seit Monaten wieder heftigere Ausschläge verzeichnete. Goldman Sachs erzielte im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 74 Prozent in der FICC-Sparte, Morgan Stanley und andere Wettbewerber legten ebenfalls deutlich zu. Mit Ausnahme der Bank of America, die eine riesige Strafzahlung wegen windiger Hypothekengeschäfte zu verdauen hatte, machten die großen US-Geldhäuser Milliardengewinne.
Investmentbanken können also auch bei strafferer Regulierung gutes Geld verdienen. Es gibt nur keinen Raum mehr für Eigenkapitalrenditen von 25 Prozent, wie sie der ehemalige Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann einst forderte. Das Niveau der Vorkrisen-Ära dürfte schwer wieder zu erreichen sein - 2007 erwirtschaftete Goldman Sachs eine Rendite von 40 Prozent auf sein Eigenkapital. Doch das ging nur, weil die Bilanz massiv mit Fremdkapital aufgebläht wurde - eine Kreditpyramide, deren Crash-Risiko der Steuerzahler zu tragen hatte.
~ ISIN US38141G1040 US46625H1005 WEB http://www.goldmansachs.com/
http://www.jpmorganchase.com/ ~ APA456 2014-10-22/16:17
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