Deutschland: Angeblicher Al-Kaida-Terrorist laut Anwalt kleiner Fisch
Düsseldorf (APA/dpa) - In einem deutschen Al-Kaida-Prozess haben die Verteidiger für den Hauptangeklagten eine Strafe von höchstens sieben J...
Düsseldorf (APA/dpa) - In einem deutschen Al-Kaida-Prozess haben die Verteidiger für den Hauptangeklagten eine Strafe von höchstens sieben Jahren Haft beantragt. Er sei kein ranghoher Al-Kaida-Terrorist, wie die Bundesanwaltschaft glaube, sondern ein „viel kleinerer Fisch“, sagte Rechtsanwalt Johannes Pausch am Mittwoch in seinem Plädoyer am Düsseldorfer Oberlandesgericht.
Die deutsche Bundesanwaltschaft fordert neuneinhalb Jahre Haft für den 33-jährigen Abdeladim El-K. Der Anwalt sagte, sein Mandant habe keine Terroranschläge in Deutschland vorbereitet, sondern nach Afghanistan in den Jihad („Heiliger Krieg“) ziehen wollen, was am Tod seines Schleppers durch eine Drohne gescheitert sei. Der Mann sei nicht einmal Al-Kaida-Mitglied, so der Anwalt. Er habe sich im Internet über den Jihad und den Bombenbau informiert, „möglicherweise um zu testen, was da möglich ist“. Bei der Gruppe sei kein Sprengstoff gefunden worden. Sein konspiratives Verhalten sei so zu erklären, dass er sich illegal in Deutschland aufgehalten habe.
Die Bundesanwaltschaft hält den Mann für den bisher ranghöchsten Al-Kaida-Terroristen vor einem deutschen Gericht. Er habe mit seinen drei mitangeklagten Komplizen im Auftrag der Al-Kaida-Führung eine Serie von spektakulären Splitterbombenanschlägen geplant. Sein Ziel sei es nach seinen eigenen Worten gewesen, Menschen „zu schlachten“.
Die Ankläger haben für Jamil S. (34) acht Jahre, für Amid C. (23) sechs Jahre und neun Monate sowie für Halil S. (30) sechs Jahre Haft beantragt. Der Prozess wird mit weiteren Plädoyers fortgesetzt. Ein Termin für die Urteilsverkündung steht noch nicht fest.
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