Skandal um defekte Airbags - immer mehr Rückrufe in USA

Detroit (Michigan)/Stuttgart (APA/Reuters) - Der Skandal um defekte Airbags des japanischen Herstellers Takata weitet sich aus. Die amerikan...

Detroit (Michigan)/Stuttgart (APA/Reuters) - Der Skandal um defekte Airbags des japanischen Herstellers Takata weitet sich aus. Die amerikanische Behörde für Fahrzeugsicherheit (NHTSA) revidierte zum zweiten Mal in dieser Woche die Zahl der betroffenen Autos in den USA deutlich nach oben. Seit 2013 mussten 7,8 Millionen Fahrzeuge wegen der Gefahr platzender Airbags in die Werkstätten gebracht werden, erklärte die Behörde.

Das ist rund ein Drittel mehr als bisher angenommen. Die Airbags können auch ohne Aufprall platzen und Fahrzeuginsassen mit umherfliegenden Metallteilen verletzen. In den USA gab es deshalb schon vier Tote bei Unfällen. Einige an Augen und Gesicht verletzte Autofahrer klagen auf Schadenersatz. Das Kraftfahrtbundesamt machte am Mittwoch keine Angaben dazu, ob auch Autos in Deutschland zurückgerufen werden müssen.

Zu den betroffenen zehn Herstellern gehören BMW, Chrysler, Ford, die Opel-Mutter General Motors, Honda, Nissan, Mazda, Mitsubishi, Subaru und Toyota. BMW hatte erst im Juli die Rückrufaktion wegen Explosionsgefahr beim Beifahrer-Airbag ausgedehnt. Volkswagen erklärte, kein Kunde von Takata zu sein. Daimler baut zwar Airbags der Japaner ein, ist von dieser Rückrufaktion einem Sprecher zufolge aber nicht betroffen.

Die US-Behörde überprüft Airbags, die von 2000 bis 2007 hergestellt worden sind. Seit 2008 mussten weltweit mehr als 16 Millionen Fahrzeuge wegen Problemen mit dieser Sicherheitstechnik in die Werkstätten geholt werden. Wie es zum jüngsten massiven Anstieg der Zahlen kommt, erklärte die Behörde nicht. Bisher sind die Probleme mit den Airbags vor allem in warmen Regionen mit hoher Luftfeuchtigkeit wie Florida aufgetreten.