Die Vorteile des Clubs - „nzz.at“ will Usern geben „was sie brauchen“

Wien (APA) - Der Starttermin ist zwar noch offen, seinen künftigen, potenziellen Usern hat sich das Online-Medium „nzz.at“ diese Woche aber ...

Wien (APA) - Der Starttermin ist zwar noch offen, seinen künftigen, potenziellen Usern hat sich das Online-Medium „nzz.at“ diese Woche aber bereits präsentiert: Am Montag wurde zu einem Clubabend in den Wiener Redaktionsräumlichkeiten geladen. Nur ein Beispiel für den „Austausch auf Augenhöhe“, wie Chefredakteur Michael Fleischhacker erläutert. Journalistisch will man den Usern geben „was sie brauchen“.

Dies soll „hoffentlich noch in diesem Jahr“ passieren, wie der ehemalige „Presse“-Chefredakteur der APA sagte. Vor kurzem wurden 500 Beta-Test-Accounts vergeben, die innerhalb von zwei Tagen ihre Abnehmer fanden. Aber auch der Beta-Start kann aktuell noch nicht mit einem konkreten Termin versehen werden. In der Zwischenzeit können Interessierte auf dem Ende August gestarteten Werkstatt-Blog die Entstehung des kostenpflichtigen Online-Mediums mitverfolgen. „Das kommt eigentlich ganz gut an.“

Die Begleitung des eigenen Tuns werde nach dem Start von „nzz.at“, hinter dem die „Neue Zürcher Zeitung“ steht, möglicherweise auf Facebook wandern. Neben dem digitalen Austausch dort und auf „nzz.at“ bieten die Clubabende „bis ans Ende der Zeit jeden Montag“ die Möglichkeit zur Interaktion. „Da passiert auch das, was man früher Blattkritik mit Usern genannt hätte, obwohl es kein Blatt mehr gibt“, beschreibt Fleischhacker den „Dauerdialog mit den Usern“.

Sobald auf „nzz.at“ das eigentliche Angebot starte, werden diese Veranstaltungen für Clubmitglieder, also Abonnenten des Mediums, kostenlos und für weitere Interessierte bei Eintritt zu besuchen sein. „Das wird sich auch am Abopreis orientieren“, wobei weder die Höhe des einen noch des anderen bereits fixiert sei. Es müssten jedenfalls nicht immer Medien, Politik oder Wirtschaft im Mittelpunkt stehen, kündigt Fleischhacker doch auch kulturelle Events an.

In der finalen Phase befindet sich die Fixierung des journalistischen Teams: „Die Gespräche haben wir abgeschlossen. Jetzt sind wir dabei, das endgültig zu entscheiden.“ Dem Bewerbungsaufruf sind insgesamt 273 Menschen gefolgt. Letztlich werde man laut Fleischhacker wohl rund ein Dutzend journalistische Mitarbeiter haben - derzeit schreiben acht Personen mehr oder weniger regelmäßig für den „Werkstatt-Blog“. Wobei sich der Chefredakteur schwertut, zwischen technischer und journalistischer Seite klar zu unterschieden. „Wir wollen ja gemeinsam das Gesicht dieses journalistischen Angebots designen.“

Mit Markus Heingärtner hat man jedenfalls bereits einen Leiter für den Bereich Marketing/Produkte gefunden. Die endgültige Personenzahl richte sich aber auch nach den Gehaltsvorstellungen der Kandidaten. „Es gibt einfach ein Rahmenbudget, in dem wir uns bewegen“, unterstreicht Fleischhacker. Inhaltlich soll die endgültige Ausgestaltung wesentlich von den einzelnen Redakteuren geprägt werden. „Wir haben eine Grundvorstellung von den Themenbereichen, die wir als ‚nzz.at‘ glauben haben zu müssen.“ Das ergebe sich auch aus dem „Markenbild der ‚NZZ‘“. So werde man die Kernbereiche Wirtschaft, Politik und Kultur bedienen, „aber nicht nur“. Eine „hoffentlich große Rolle“ soll zudem Bewegtbild spielen.

Wie viele User man damit erreichen will, dazu will Fleischhacker keine konkreten Angaben machen. Das Ziel seien „zufriedene User“. Er erhoffe sich „viele Rückmeldungen von Usern, die sagen: Fein, ihr habt verstanden was wir brauchen. Das möchte ich möglichst oft hören.“ Was die Zahlungsbereitschaft betrifft, so werde es „einfach immer selbstverständlicher, dass Bezahlangebote genutzt werden“, glaubt Fleischhacker.

Von einer Ablösung der Gratismentalität könne man deshalb aber nicht sprechen. Und auch „ob das letztlich eine Entwicklung ist, die klassischen Medienhäusern viel bringen wird“ sei eine gute Frage. Diese seien oft zu sehr mit der „Raumverteidigung ihrer Printprodukte“ beschäftigt und würden Online nur als „Ausspielkanal für Zeitungen“ betrachten, erklärt Fleischhacker. „So werden wir nicht weiterkommen.“ Den Trend sieht er stärker in Richtung neue Produkte gehen.

(S E R V I C E - www.nzz.at)