Architektur

Ein Glasdach für das Parlament

Der Sitzungssaal des Nationalrats wird flacher und bekommt natürliches Licht. Eine Dachterrasse soll neue Ausblicke bieten.
© APA/Jabornegg & Pallfy_axis

Wien – Der Kostenrahmen für Sanierung und Umbau des mehr als 130 Jahre alten Parlamentsgebäudes in Wien ist mit 350 Millionen Euro – plus 70...

Wien –Der Kostenrahmen für Sanierung und Umbau des mehr als 130 Jahre alten Parlamentsgebäudes in Wien ist mit 350 Millionen Euro – plus 70 Mio. Euro mögliche Überschreitung – seit dem Sommer gesetzlich fixiert. Gestern präsentierte Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) Details zum künftigen Aussehen des Hohen Hauses.

Die Pläne stammen von den Architekten Christian Jabornegg und András Pálffy sowie dem Ziviltechnikbüro Axis, die den Wettbewerb für die Neugestaltung gewonnen haben. Auffälligste Neuerung für die Abgeordneten ist ein Glasdach mit integriertem Sonnenschutz über dem Sitzungssaal. Dieser Saal wird komplett neu, soll in Form, Farbe und Material sowie dem auffälligen Bundesadler an der Stirnseite aber deutlich an den bestehenden Sitzungssaal aus den 1950er-Jahren erinnern.

Besucher sollen das Gebäude künftig über eine große „Agora“ – in Anlehnung an den griechischen Markt- und Versammlungsplatz – im Erdgeschoss betreten. Bisher ungenutzte Dachflächen werden für die Demokratiewerkstatt und ein Restaurant genutzt. Geplant sind weiters begehbare Dachterrassen – und vom Dach aus sowohl ein Einblick ins Haus und den Sitzungssaal als auch ein Ausblick in die Innenstadt.

Die Architekten starten nun die Detailplanung. Geplanter Baubeginn ist 2017, der Parlamentsbetrieb soll in die Hofburg übersiedeln. 2020 ist die Rückkehr in das dann sanierte Parlamentsgebäude vorgesehen. Eine enge Zusammenarbeit mit dem Rechnungshof soll eine Kostenexplosion verhindern. (sabl)