Wacker hofft auf den Trainereffekt
Nach vier Pleiten in Folge und der Entlassung von Michael Streiter ist beim FC Wacker heute ab 18.30 Uhr im Tivolistadion gegen St. Pölten endlich wieder Punkten angesagt.
Von Wolfgang Müller
Innsbruck –Seit sechs Runden ohne Sieg, vier Pleiten in Folge, nur noch vier Punkte von einem Abstiegsplatz entfernt – höchste Zeit, jenen Ansprüchen gerecht zu werden, die man von dieser Wacker-Mannschaft in der zweitklassigen Sky Go Ersten Liga auch erwarten kann. Mit der Entlassung von Michael Streiter wurde jedenfalls ein Zeichen gesetzt. Ob es bereits heute ab 18.30 Uhr im Tivoli gegen St. Pölten zum viel zitierten Trainereffekt kommt, liegt an den schwarzgrünen Profis. „Das hat mit meiner Person nichts zu tun. Ein Sieg wäre einfach verdammt wichtig für den Verein und das gesamte Umfeld“, meinte Interimstrainer Florian Klausner, der die Mannschaft nicht komplett umstellen will: „Weil das nichts bringt. Wir feilten zuletzt an einigen taktischen Sachen.“ Heißt konkret? „Am Spielsystem ändert sich nicht viel. Wir müssen kompakter auftreten, aggressiver gegen den Ball arbeiten und beim letzten Pass mehr Risiko eingehen.“
Ob die Vorgaben auch umgesetzt werden können, weist sich nach dem Anpfiff. „Wir müssen einfach zu mehr Torchancen kommen“, sieht Jürgen Säumel ein Manko der Negativserie: „Jeder ist für sich selbst verantwortlich. Egal ob Ex-Nationalspieler, Routinier, junger oder neuer Spieler. Was zählt, ist die Leistung am Platz und die müssen wir bringen.“ Dass es innerhalb der Mannschaft Reibereien geben soll, dementiert der Steirer: „Es gibt keinen Stinkstiefel, sonst hätte es sicher eine Reaktion gerade der alten Spieler gegeben. Solche Negativphasen, für die es kaum eine Erklärung gibt, kommen im Fußball immer wieder vor.“
Personell kann Klausner bis auf den Dauerverletzten Stjepan Vuleta und ÖFB-U18-Teamspieler Simon Pirkl, der beim 1:0-Auswärtserfolg in Busseto gegen Italien 90 Minuten auf dem Feld stand, aus dem Vollen schöpfen. Marco Sahanek hat seine Sperre abgesessen. „Er ist mit seinen Fähigkeiten natürlich ein Thema“, erklärte Klausner, der den 24-Jährigen im zentralen Mittelfeld vorgesehen hat.
Gegner St. Pölten wurde am Dienstag beobachtet und genau unter die Lupe genommen: „Sie werden tief stehen und vorne auf ihre Chance lauern.“ Mit einem neuen Trainer – Michael Steiner – und einem neuen Sportmanager – Frenkie Schinkels – holte der Pokalfinalist des letzten Jahres vier Punkte aus den letzten beiden Spielen, siegte am Mittwoch bei der Wahl zur „NÖ-Mannschaft des Jahres“ und läuft selbstbewusst ins Tivoli ein. „Wir fahren mit breiter Brust nach Tirol“, bestätigte Steiner.
Die brisante Lage in der Liga ist auch das Hauptthema beim FC Wacker, die Trainer-Nachbesetzung ruht zumindest bis Samstag. „Ich stecke die ganze Energie und Zeit in das heutige Spiel. Sollte bei einem Kandidaten alles passen, ist es denkbar, dass er umgehend einsteigt. Wir sind offen für alles, geben uns aber auch die nötige Zeit“, meinte Klausner, der als Sportdirektor seinen Nachfolger als Interimscoach finden und bestellen soll.
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