Wiener Studentin erstickte qualvoll 4 - „War Kurzschluss-Reaktion“

Wien (APA) - Der 45-Jährige, der seine Wohnung in der Innenstadt angezündet haben soll, hatte nach dem Feuer einen Selbstmord-Versuch untern...

Wien (APA) - Der 45-Jährige, der seine Wohnung in der Innenstadt angezündet haben soll, hatte nach dem Feuer einen Selbstmord-Versuch unternommen. Als eine Art Schuldeingeständnis wollte er das nicht gelten lassen. Es habe sich dabei um eine „Kurzschluss-Reaktion“ gehandelt, „weil ich durch den Brand mein ganzes Hab und Gut verloren habe“.

„Das ist doch kein Grund. Da müssten auch die ganzen Hausbewohner Suizid begehen“, wandte Richter Harald Kaml ein. Staatsanwalt Leopold Bien sprach von einem „inszenierten“, eher halbherzigen Selbstmordversuch: Der Mann habe in einem Innenhof Räucherstäbchen angezündet, eine Champagnerflasche geöffnet und diese mitsamt Valium und Johanniskraut konsumiert.

Zuvor hatte der Angeklagte seiner Mutter einen Abschiedsbrief hinterlassen, in dem er vermerkte: „Wenn‘s am schönsten ist, soll man gehen.“ Diesem Schreiben zufolge hatte sich der Mann allerdings schon im März entschlossen, „vom Schatten in das Licht zu gehen“, verlas der Richter die Botschaft des 45-Jährigen an die Mutter.

Am Nachmittag sind zwei weitere Zeugen geladen. Auch drei Sachverständige sollen gehört werden. Die Verhandlung ist auf zwei Tage anberaumt und soll am kommenden Dienstag zu Ende gehen.